#084 Das Junior College und Trap Shooting

Heute am Montag ( 23.04) war mein erster Tag bei John und Mimi und ich habe einiges erlebt.

Nach meinem Frühstück ging es auch schon raus in den Garten um die erste Arbeit zu erledigen. Diesmal ging es darum einen Zaun neu aufzubauen. Dieser ersetzt den alten Zaun, welcher die Geräte für den Pool verdeckt hat. Dafür musste aber erstmal die alten Pfosten raus, das war auch kein großes Problem. Nur der Beton im Boden war fies. Dieser war von drei Seiten mit Gehwegplatten eingefasst, was die Erreichbarkeit erheblich beeinträchtigte. Und nachdem wir noch ein paar Pflanzen umgepflanzt hatten, waren auch schon 2 Stunden in der kalifornischen Hitze vorbei. Nach einem kleinen Lunch ging es auch schon zum nächsten Tagespunkt.
Ich konnte ein Junior College besuchen. Aber was denkt ihr, wer mich dorthin mitgenommen hat? Es war weder Niki, noch sonst eine junge Person. Es war Mimi, die Mutter von Niki. Aber warum geht Mimi noch zum Junior College? Mimi spielt sehr gerne Tennis und spielt in der Tennismannschaft vom College. Damit sie aber berechtigt ist, dort zu spielen, muss sie Schülerin sein und dafür auch Kurse belegen. Sie ist übrigens nicht die einzige, es gibt noch weitere Mitglieder die nicht im Collegealter sind. Wir besuchten den Basketball Kurs, wobei ich nicht weiß woher der Name kommt. Einerseits saßen wir drinnen und andererseits war das Thema sexuelle Belästigung. Auch der Klassenraum war komisch, keine Fenster und extrem runtergekühlt. Dafür war der Lehrer cool, er ist ursprünglich Italiener und einer der Basketball Coaches der Schule. Vielleicht kommt daher sogar der Name. Aber neben uns, den Tennisleuten, gab es noch reguläre Schüler und einen jungen Ukrainer, der kaum Englisch verstand,aber für das Schwimmteam schwimmt. IngesaIns waren wir so 10 Leute. Übrigens muss Mimi auch Hausaufgaben machen, wie jeder reguläre Schüler :D darunter fallen Forschungsaufgaben oder auch Aufgaben zu höheren Word-Kenntnissen. Zusammenfassend war es aber trotzdem mal sehr schön zu sehen, wie Schule in Amerika abläuft.
Auf dem Rückweg durfte ich wieder fahren, diesmal das Auto von Mimi. Sie fährt einen alten Porsche Cayenne S. Es war zwar schön mal wieder ein anderes Auto zu fahren und damit Erfahrungen zu sammeln, aber ich weiß nicht. Der Cayenne hat mir noch nie wirklich gefallen und jetzt weiß ich das auch das Fahrgefühl nicht sehr besonders ist. Nach einem kurzen Ausflug zum Supermarkt fuhren wir nach Hause und hatten dort ein kleines Lunch. Diesmal aber nicht das Standardzeug, sondern etwas besonderes, etwas sehr amerikanisches :D. In Amerika wird ja traditionell viel Erdnussbutter gegessen, diese wurde bei dem heutigen Gericht mit rohen Selleriestangen gemischt. Das hörte sich für mich im ersten Moment auch echt komisch an, aber wenn man es probiert, ist es okay. Es ist kein Gericht was ich täglich essen könnte aber schlecht war es auch nicht.
Nach dem Mittag hatte ich etwas Zeit, später kam Niki nach Hause und bis 17 Ihr passierte erstmal nichts. Niki und Greg fuhren am Abend noch zum Training für ihr Trap Shooting / Tontaubenschießen und nahmen mich mit. Auf der längeren Autofahrt (45 Min.) unterhielten wir uns echt gut, es ist interessant sich auch mal mit der jungen amerikanischen Generation zu unterhalten. Beim Tontaubenschießen angekommen gab erstmal ein Teammeeting und die Feier der guten Ergebnissen aus den letzten Wettbewerben. Dafür wir ein Hut geschossen. Dieser wird in die Luft geworfen und alle schießen drauf. Dann ging es aber auch schon mit dem Training los. In einer Runde wird 25 Mal auf die fliegende Tontaube geschossen, welche verdeckt und in unterschiedlichen Winkeln aus einer Art Minibunker geschossen wird. Am Ende wird gezählt werden am meisten getroffen hat und damit gewinnt. Greg zum Beispiel schoss beim Training in 2 Runden 48 aus 50. Niki auch nur 2 weniger. Geschossen wird übrigens mit einer Shotgun/ Schrotflinte und 12 Gauge Munition. Was mich verwundert hat ist, dass dort mit echter bleigefüllter Munition geschossen wird. Ich dachte immer im Sport wird das Metall im Projektil durch Plastik etc. ersetzt. Aber naja jetzt weiß ich mehr. Was denkt ihr denn, wieviel Munition hier kostet? Eine Kiste (25 Stück) der Schrotflinte Munition kostet 5 USD, was recht billig ist. Ich durfte übrigens nicht schießen, da es ein Trainingstag war, aber wenn ich Glück habe, darf ich es in den nächsten Tagen mal selbst ausprobieren. Da habe ich auch wirklich Lust drauf, da ich überhaupt keine Ahnung habe, wie es sich anfühlt eine Waffe zu befiebed. Aber nochmal zurück zu dem Trainingstag. Das ganze ist organisiert durch eine Highschool und man darf nicht einen bestimmten Notendurchschnitt übertreten, sonst wird man ausgeschlossen. Und ganz ehrlich die meisten Kinder/ Jugendliche dort entsprechen meinem Klischee von jungen Amerikanern. Klein, dick und ne Schrotflinte in der Hand :D so waren natürlich nicht alle, aber trotzdem einige. Es gab interessanterweise auch einige Mädchen in der Trainingsgruppe. Und nun dürft ihr mal schätzen was das Mindestalter für Trap Shooting in einigen Vereinen ist? Sieben Jahre.... Ich bin mir nicht sicher ob ich mit 7 dem Rückstoß einer Schrotflinte stand gehalten hätte, aber Niki meinte, dass es auch spezielle Kinderwaffen gibt.

Zuhause angekommen gab es nur noch Abendessen und dann ein Baseball Spiel im Fernsehen. Das war das erste Mal, dass ich ein Baseball Spiel gesehen habe und dazu die grundlegenden Regeln kannte. Trotzdem ist es ein sehr kompliziertes Spiel. Was mich bei der Stange gehalten hat, war die Tatsache, dass an diesem Abend Metallica Night bei den San Francisco Giants war :D

Und damit ging ein ereignisreicher Tag zu Ende.

Viele Grüße

Niklas

Kommentare

Hallo, du hast es wirklich gut getroffen. Die Vielseitigkeit, die Dir der Aufenthalt bringt ist enorm. Das alles hättest Du hier in zig Jahren nicht erlebt. Weiter so! LG O

Hi Niklas,

Amerikanische Klassenräume modernerer Bauart, d.h gebaut im Zeitalter der Klimaanlagen haben selten bis nie Fenster. Sicher um dadurch die Wärme auszusperren aber mir wurde auch gesagt, damit die Schüler nicht aus den Fenstern schauen. Im heißen Texas bin ich nur mit langer Hose oder Strumpfhose und Jacke in die Schule gegangen. Sonst wäre ich bei 17-18 Grad erfroren. Nach Schulschluss waren draußen 38 Grad,

Habe auch einige andere Einträge gelesen und zum Thema Hausgröße kann ich beisteuern, dass der Schlafbereich von Enyas Gasteltern um einiges größer war als unsere ganze Wohnung.

Keep cool. Kerstin