#086 "close enough for government work" :D

Was dieser Spruch in Amerika bedeutet und was ich sonst noch so am Donnerstag ( 26.04) erlebt habe, das erfahrt ihr hier.
Der Donnerstag stand ganz im Zeichen der Arbeit. Kurz nach 10 kam Dave mich und ein Stapel altes Redwood abholen, denn wir hatten einiges vor an diesem Tag. Der grobe Plan war es einen dekorativen Zaun zu bauen, ohne daß ich wusste wo, wie groß und warum überhaupt. Der Zaun sollte vor dem Esszimmerfenster von Daves Haus entstehen um den dahinterliegenden Haufen aus Erde beziehungsweise Brennholz zu verdecken.
Der zweite Schritt nach der Besichtigung war die Beschaffung von genügend Platz. Danach erzählte mir Dave grob wie er seinen Zaun gerne hätte und schon konnten wir in die Planung gehen. Diese gestaltete sich aber etwas schwierig. Einerseits gab es eine kleine Sprachbarriere, da ich natürlich nicht all die Fachvokabeln aus dem Bauwesen kenne, andererseits sollte dieser Zaun nur aus gebrauchten Teilen entstehen, was die Planung und Vorbereitung etwas verlängerte. Aber nach kurzer Zeit konnten wir auch schon loslegen.
So ein Zaun ist ja auch keine große Sache und da Dave auch viele Werkzeuge hatte, starteten wir gut. Prinzipiell haben wir erst alle Latten aneinander Querbrett geschraubt um dann das zweite Querbrett an dem ersten auszurichten. Und da kam auch der Spruch aus dem Titel auf. Beim ersten Brett muss man natürlich darauf achten, dass alles im rechten Winkel steht. Danach richtet man alle weiteren Latten an der ersten aus und in der Theorie ist dann auch die letzte Latte zum Querbrett rechtwinklig. Da wir aber gebrauchte Zaunlatten verwendet haben und diese teilweise schief waren, kontrollieren wir das Ergebnis schon nach ein paar Latten. Und siehe da, wir wichen etwas ab von den 90 Grad. Dave kommentierte das so: close enough for government work. Was wörtlich übersetzt soviel heißt wie: Nah genug für Regierungsarbeit. Das ganze ist eine Anspielung auf die Arbeit der Regierung der USA. Diese soll halt nicht so schnell und präzise arbeiten :D Und da so eine kleine Abweichungen nicht schlimm ist, arbeiten wir weiter. Noch vor dem Mittag waren wir mit der langen Seite des Zauns fertig und konnten ihn auch zur Probe aufstellen.
Zum Mittagessen ging es für uns zu einem lokalen Burgerladen. Im "Habit" gibt es echt gute Burger, jagut ich muss dazu auch sagen, dass ich hier auch noch keinen schlechten Burger hatte :D. Nach einem kleinen Stopp im Baumarkt machten wir uns wieder an die Arbeit. Und auch das kürzere Zaunstück war schnell gebaut, nur war es unglaublich warm in der Sonne. Ich hatte zwar ne kurze Hose und ein T-shirt an, aber trotzdem habe ich ordentlich geschwitzt. Da es sich aber bei dem Zaun nur um einen dekorativen Zaun handelt, mussten wir keine Betonfundamente etc. gießen. Aber dennoch war es wichtig den Zaun gegen Wind resistent zu machen. Dave hatte dafür komische Blechpfosten, die man normalerweise nur für so Übergangszäune bei Schafherden verwendet. Weiterhin war die Handhabung echt kacke. Der Grund und Boden auf dem der Zaun entstehen sollte, bestand eigentlich nur aus großen Flusssteinen und etwas erde dazwischen. Wir mussten für einen Pfosten vier Mal ansetzen um ihn überhaupt irgendwo in die Erde zu bekommen. Weiterhin verbogen sich die Dinger immer wieder. Aber irgendwann war auch das geschafft und wir konnten die Innenseite dekorieren. Wir stellten ein Paar Pflanzen auf und verteilten Rindenmulch.
Und damit war das große Tagesprojekt nach gut fünf Stunden inklusive Pausen vollendet. Es erfüllt seinen Zweck und sieht nebenbei gesagt auch gar nicht schlecht aus :).

Danach haben wir noch Daves Bewässerungsanlage repariert. Wir tauschten ein elektronisches Ventil aus. Vor dem Umbau kam überhaupt kein Wasser aus den Sprinklern und nun kam auf einmal sehr viel und es wollte gar nicht aufhören. Dave bastelte zwar an seinem kleinen Computer Rum, aber es passierte nichts. Im Endeffekt haben wir das Ventil nochmal neu angeschlossen und dann ging es. Später fuhr mich Dave wieder zurück zu John und Mimi. Während der kurzen Fahrt planten wir unseren nächsten Ausflug. Hier ein kleiner Spoiler: Porsche + Nationalpark. Mehr sag ich dazu noch nicht :D

Und da Freitag etwas entspannter war und nicht allzu viel los war gibt es hier auch gleich noch die Zusammenfassung.
Mimi war in der Nacht von Donnerstag auf Freitag von ihrem Junior College Tennisturnier zurück gekommen. Das war das Finale für alle kalifornischen Junior Colleges und Mimi und ihre Partnerin haben sogar ein Match gegen zwei 19 jährige gewonnen. Und als ich morgens aufstand, machte sich Mimi auch fertig und wir beschlossen frühstücken zu gehen. Vorher ging es aber noch für Little Buddy zum Friseur. Am Donnerstagmorgen war John mit den beiden Hunden draußen und Little Buddy war leider in einen sehr schlammigen Teich gefallen als er ein Eichhörnchen jagdte. Es war unglaublich dreckig und am zittern danach. Und da er sowieso schon relativ lange Haare hatte, brachten wir ihn zum Friseur.
Frühstück gab es dann für uns in einem Toastladen und ich hatte ein leckeres Omelett. Auch John stieß später zu uns. Als wir nach Hause kamen, half ich John bei seinen Gartenarbeiten und spielte mit Otis. Dieser Hund wird einfach nicht müde. Dann fingen wir noch an eine alte und defekte Tischtennisplatte zu reparieren, bevor der nächste "Termin" anstand. Ich begleitet John und Mimi zu einem Treffen mit einen befreundeten Paar und ich denke er ist auch Geschäftspartner von John. Wir trafen uns in einem Restaurant, das sich bei den Getränken auf eine große und gute Bierauswahl spezialisiert hatte. Alle bestellten interessante Biere und dann war ich an der Reihe. Ich bestellte mir eine Art von Pils und auf einmal fragte mich die Bedienung nach meiner ID, also nach meinem Ausweis. Und da viel mir ein, dass das Mindestalter für Alkohol in den USA bei 21 liegt. Selbst mit meinen "Eltern" im Schlepptau konnte ich kein Bier bestellen.... Naja dann halt nicht, aber das Essen war gut und es war auch sehr interessant die beiden anderen kennenzulernen. Er war IT Spezialist und hat sogar in den 80er Jahren ein halbes Jahr in Westdeutschland gewohnt. Auch sein Deutsch war noch in Ordnung und wir konnte uns gut unterhalten. Nachdem wir nach Hause gekommen sind (ca. 21 Uhr) ging John ins Bett, dafür steht er aber auch schon immer um 4:30 Uhr auf. Und da ich noch nicht müde war, hielt ich die Stellung und wartete auf den Anruf von Niki. Niki war mit ihrem Freund und Freunden auf einer Geburtstagsparty in der Nähe und ich sollte sie dann abholen. Das hat auch gut funktioniert und obwohl ich den großen Truck von John gefahren bin, konnte ich perfekten aus der dunklen und schmalen Ausfährt rückwärts ausparken. Später habe ich bzw. wir ( lange Geschichte..) auch noch Greg nach Hause gefahren und dann war mein Freitag auch um 1:30 am Samstag vorbei.

Ich hoffe ich habe jetzt nichts vergessen.

Viele Grüße
Niklas

// Leider habe ich gerade kein Foto vom "neuen" Little Buddy, aber meiner Ansicht nach war er vorher wesentlich schöner :D aber es gibt unten ein Bild von ihm im Schlamm.