#087 Rodeo!

Rodeo ist doch typisch amerikanisch, oder? Ich denke schon und da hier in der Nähe ein Rodeo stattfand, besuchten wir alle gemeinsam das Auburn Rodeo.
Aber wer ist wir? Dave, John, Mimi, Niki, Greg und ich. Und als wir dort ankamen merkte man schon, dass es eine etwas größere Veranstaltung wird, als nur ein "Dorfrodeo". Am Eingang standen auch einige Demonstranten, die darauf aufmerksam machten, das Rodeo Tierquälerei sei. Aber da geh ich später drauf ein.
Glücklicherweise hatten wir die Karten schon online gekauft und kamen dadurch relativ schnell rein. Hinter dem Eingang gab es natürlich diverse Verkaufsstände, von Ständen mit Essen über Bierwagen bis hin zu Souvenirs. Aber auch die US Army war vertreten und versuchte junge Menschen anzuwerben. Da wir relativ früh dran waren, ergattern wir einigermaßen gute Plätze und ich hatte noch Zeit in der Broschüre zu blättern. Nebenbei spielte Country und Rockmusik. Und in der Preshow gab es noch ein Event für all die Kinder. Alle Kinder unter 10 Jahren wurden in die Arena geholt und konnten nach Münzen suchen und damit Geld gewonnen.
Nach einer Weile ging es los und der Moderator begann mit seiner Einleitung. Und natürlich ist Amerika sehr religiöse, deswegen machte er irgendwann die Bemerkung, dass dieser Tag so schön sei, welcher uns von Gott gegeben wurde etc... Für mich als nicht religiösen Menschen war es ungewohnt sowas zu hören aber okay ich kann verstehen warum. Zum Ende hin sagte er noch so viel wie" seht ihr das Flugzeug, was über uns fliegt". Okay auch kein großes Ding, Flugzeuge gibt es überall aber was dann kam war für mich echt krass. Aus diesem Flugzeug sprang ein Fallschirmspringer und nach kurzer Zeit entfaltete sich eine extrem große USA Flagge hinter ihm. Mit der Fahne landete er dann innerhalb der Rodeoarena. Die Flagge wurde ihm von einigen Schulkindern abgenommen, die sie dann in der Mitte auf und ab schwingen ließen. Ein bisschen so wie im Kindergarten mit dem großen runden und bunten Tuch. Dann wurde noch gefragt wer alles für die US Army gedient hat und dass alle darauf stolz sind. Danach standen alle auf, nahmen ihre Hüte ab und legten ihre Hand an die Brust, denn ein Mädchen meines Alters betrat die Arena. Sie "sang" die amerikanische Nationalhymne. Natürlich war ich es schon von Nikis Football Spiel gewohnt, dass die Amerikaner sehr patriotisch sind. Aber das war einfach nur verrückt. Klar bin ich auch irgendwie stolz darauf aus so einem kulturellen vielfältigen und wirtschaftstarkem Land wie Deutdeutschland zu kommen. Aber trotzdem habe ich das Gefühl, dass man sowas bei uns einfach nicht machen könnte. Da dann wieder viele sagen, wir würden wieder in Richtung Nationalismus zurück fallen. Naja schwieriges Thema.
Dann ging es aber zum Glück los und ich konnte mich wieder hinsetzen. Gerade fällt mir beim Schreiben auf, dass ich ja auch mit aufgestanden bin. Aber ich glaube das hat dann mehr mit Respekt und Gruppendynamik zutun.
Aber zurück zum eigentlichen Rodeo. Der erste Punkt auf der Agenda war Mutton Busting. Dabei setzt man Kinder ( vielleicht 4-8 Jahre alt) auf Schafe, wobei sich das Kind nur an einem kleinen Überbleibsel vom Fell festhalten darf und versuchen muss sich möglichst lange zu halten. Die meisten fallen aber schon nach den ersten Schritten der Schafe, die anderen nach wenigen Sekunden. Trotzdem haben alle am Ende einen kleinen Preis bekommen. Es war nett mit anzusehen aber leider saßen wir davon sehr weit weg.
Danach ging es weiter mit dem professionellen Rodeo. Als erstes gab es Pferde Rodeo. Und wie jedes andere Rodeo war es das Ziel eine bestimmte Zeit sich auf dem springenden und tretenden Pferd zu halten. Das war noch nicht so wild, da jeder der professionellen Reiter sich 8 Sekunden auf dem Pferd halten konnte. Danach ging es mit einer anderen Disziplinen weiter, dabei war es das Ziel einen Jungbullen mit seinem Lasso zu fangen. Danach sprang der Reiter vom Pferd, nahm sich den Bullen, warf ihn auf den Rücken und musste ihm 3 Beide mit einem Strick zusammen binden. Manche von den Cowboys brauchten weniger als 10 Sekunden dafür. In den Pausen zwischen den Events gab es kleine Zwischeneinlagen von einem Kleinwüchsigen, der als Clown verkleidet war und einem Entertainer. Immer wieder gab es auch "Werbeblöcke" für die lokalen Sponsoren. Weiter ging es dann mit dem Bullenreiten. Es ist eigentlich das Gleiche, wie mit den Pferden, nur sind die Bullen noch wilder. Dort gab es einige die die 8 Sekunden nicht gehalten haben und vom Bullen gefallen sind. Das wird dann auch gefährlich für alle die sich noch in der Arena befinden. Dort gab es dann auch ein paar kleinere Verletzungen. Dann gab es noch eine Dressureinlage von einem alten Cowboy, der es wirklich perfektioniert hatte seine wilden Pferde zu trainieren. Er tanzte mit seinen Pferden etc. und am Ende setzte er sich sogar mit seinem Pferd in ein altes Auto und fuhr aus der Arena. Danach kam eine weitere Disziplin. Dabei muss man mit seinem Pferd schnellstmöglich um drei Fässer herumreiten. Und danach waren auch schon fast 4 Stunden um. Zum Glück war das Wetter an diesem Nachmittag gut und amgenang, wir hatten Wolken und 15-20°C.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich es spannend fand mal ein echtes Rodeo zu sehen und was es dort alles für verschiedene Disziplinen gibt. Aber ich denke nicht, dass ich nochmal gehen würde. Mittlerweile verstehe ich auch etwas die Ansicht der Tierschützer vom Anfang. Wisst ihr eigentlich wie man die Pferde/Bullen dazu bekommt so wild zu sein? Mir war es vorher nicht bekannt. So wie ich das verstanden habe, wird den Tieren eine Art Gurt um ihren Bauch gebunden, der entweder irgendwo drückt oder die Tiere ihn einfach nur so unangenehm finden. Dadurch versuchen sie den Gurt loszuwerden und springen deswegen so wild herum. Aber ganz genau weiß ich auch nicht wie das wirklich abläuft.

Wieder bei John und Mimi angekommen stießen auch noch Kristen und Alex zu uns, die unser Abendessen mitbrachten. Es gab ein sehr leckeres Chili und dazu Cornbread und Salat. Und dieses Mal habe ich es endlich geschafft (fast) alle auf ein gemeinsames Bild zu bekommen. :) Eigentlich müsstet ihr alle kennen, wenn nicht fragt einfach.

Und nach dem Nachtisch war auch dieser tolle Tag vorbei. Aber morgen geht es schon weiter mit "amerikanischen" Erlebnissen :)

Vormittags war ich übrigens noch mit Mimi in einem Schokoladen Fachgeschäft/ Manufaktur. Die Schokolade war sehr gut aber selbst die Verkäuferin sagte, dass die deutsche Schokolade noch besser ist. Danach habe ich John noch im Garten geholfen, wir haben ein Betonfundamente für seinen Zaunpfahl gegossen und eine Tischtennisplatte wieder fit gemacht. Dafür fuhren wir zum lokalen Baumarkt und auch zum Mittagessen fuhren wir zum "Habit". Da Mimi aber seinen Truck genommen hatte, blieb nur noch der Cayenne. Und mittlerweile muss ich meinen ersten Eindruck etwas berichtigen. Er fährt sich echt gut :)

Viele Grüße
Niklas