#089 Campingtrip

Warum kamen in den letzten paar Tagen keine Blogeinträge mehr? Wir waren nördlich von San Francisco Campen und darüber werde ich heute berichten.
Montagmorgen fing alles an. Nach dem Frühstück beluden wir den Wohnwagen von John und Mimi mit all den Utensilien, die wir in den nächsten Tagen brauchen könnten. Von Lebensmitteln, Getränken bishinzu warmen Bettdecken und Kochgeschirr. Unser eigentlicher Plan war es schon um 11 Uhr aufzubrechen, da aber das abbocken und andocken des Trailers länger dauerte als erwartet, ging es kurz vor eins los. Dann aber machten John, Otis und ich uns auf den Weg nach Bodega Bay. Mimi und Little Buddy würden später zu uns stoßen, da Mimi noch zutun hatte.
Bodega Bay liegt nördlich von San Francisco direkt am Pazifik. Um dahin zu kommen, fuhren wir eine ganze Zeit auf dem Highway 80 bis wir auf kleinere Straßen abbogen. Dann fuhren wir durch das schöne Nappa Valley, was für seinen Wein bekannt ist. Weiter ging es danach durch das Sonoma Valley, was auch eine berühmte Weinregion ist. Dort mussten wir auch noch einen Stopp einlegen um Frischwasser aufzufüllen. An der ersten Tankstelle fuhren wir uns fast fest, da Wasserstation hinter der Tankstelle in einer kleinen Gasse gelegen war. Aber zum Glück schafften wir es raus und suchten uns eine größere Tankstelle.
Nachdem unser Tank wieder voll war, ging es weiter zu unserem Ziel. Auch die Temperaturen vielen langsam und es wurde windiger. Und schlussendlich kamen wir auch in Bodega Bay an. Der Ort liegt direkt an einer Bucht zum Pazifik. Weiterhin wird die Bucht durch eine Landzunge abgeteilt, auf dieser war auch Campingplatz angesiedelt.
Als wir dort ankamen, mussten wir erstmal unseren Wohnwagen wieder aufbauen, was aber kaum ein Problem war. Nur der Wind war ziemlich streng. Das schöne an dem Wohnwagen von John und Mimi ist, dass sich die Schlafzimmer nicht innerhalb des Wagens befinden, sondern diese werden dann ausgeklappt und sind dann ähnlich wie ein Zelt. Zum Glück hatten wir Feuerholz eingepackt und konnten so relativ schnell ein Feuer machen. Ich hatte zwar damit gerechnet, dass es etwas kalt ist am Ozean, aber der Wind war so stark, dass ich einen Pullover und ne Jacke anziehen musste, als wir ankamen, zeigte das Autotermometer noch knapp über 50°F / 10°C an. Und so saßen wir am Feuer mit Tortiallachips, Salsa und nem guten Buch :) Ja wir waren komplett offline unterwegs, deswegen kamen in den letzten tagen auch keine Blogeinträge mehr. Obwohl das auch nicht ganz stimmt. Am Horizont konnte man einen Funkturm erkennen, welcher zu Johns Firma gehörte. Aber das brachte mir auch nichts, da ich in den USA kein mobiles Internet habe. Später gingen wir mit Otis noch an den Strand, damit er im Wasser spielen konnte. Aber nach wenigen Minuten beendete ein Parkranger den Spaß, da auch hier eine Leinenpflicht herrschte. Und so musste Otis zurück an die Leine und wir machten uns auf den Heimweg, zurück zum Wohnwagen. Dort grillten wir uns Thüringer Bratwürstchen und Spargel über dem offenen Feuer, was extrem lecker war. Nach dem Essen war die Sonne auch schon fast untergegangen und es wurde noch kälter. Deswegen verabschiedeten wir uns relativ schnell in unsere warmen Schlafsäcke. Ich bin sogar mit Pullover und Socken in den Schlafsack gestiegen, da es so extrem kalt war, was ich vorher noch nie gemacht habe. Aber nach einer Weile wurde es dann auch warm und ich konnte mit den rhythmischen Klängen des Nebelhorns einschlafen. Am nächsten Morgen wurde ich gleichermaßen von der aufgehenden Sonne und meinem Wecker geweckt. Zum Glück hatte John schon wieder Feuer gemacht und es gab einen warmen Tee für mich. Nun stieß auch Mimi und Little Buddy zu uns, die mit dem Porsche kamen. Kurz nach 10 ging es dann auch schon los zum eigentlichen Highlight des Tages. Wir fuhren nach Muir Woods, einem sehr berühmten Redwoods- Wald. Und obwohl ich vorher meine Reisetablette genommen hatte, waren die Straßen so kurvig, dass mir teilweise schlecht wurde. Wir fuhren immer weiter nach Süden an der Pazifikküste entlang. Und ein bisschen hat mich die Küste an Schottland erinnert mit den kurvigen Straßen, dem Ozean und vor allem auch den baumlosen Bergen und Hügeln.
Irgendwann hatten wir es dann nach Muir Woods geschafft und ich konnte endlich aussteigen. Und nach einem kleinen Fußmarsch waren wir auch schon da. Aber wo eigentlich? Viele von euch kennen bestimmt das Bild von den Mammutbäumen, durch die sogar Autos fahren. Zuerst dachte ich ja wir fahren da hin, aber nein wir fuhren in ein Redwoods Reservat. Redwood / der Küstenmammutbaum ist übrigens, wie der Name schon sagt, ein eher rötliches Gehölz, was unter guten Bedingungen mehr als 1000 Jahre alt und sehr groß bzw. hoch (bis zu 100 Meter) wird. Redwoods sind zudem im verarbeiteten Zustand vor Wetter und Schädlingen natürlich geschützt. Deswegen gibt es hier in Kalifornien auch viele Zäune etc aus Redwood.
Aber zurück zu den noch lebenden Redwoods. Der Park durch den wir wanderten, war unglaublich schön. Überall standen riesige Bäume und quer durch floss ein kleiner Bachlauf. Nach einiger Zeit ging es dann auch schon wieder zum Auto, wo Otis und Little Buddy auf uns warteten, da Hunde im Park anscheinend nicht erlaubt sind. Unser nächster Halt war Stinson Beach, welcher unglaublich schön war. Nach einem kleinen Lunch spazierten wir noch am Strand entlang, diesmal auch mit den Hunden was Otis sehr freute. Ein bisschen Strandgut habe ich auch gefunden, unteranderem auch einen fast vollständigen Sanddollar :)
Auf dem Rückweg zum Campingplatz konnte ich zum Glück ein Schläfchen machen, was gut gegen meine Reiseübelkeit half. Dort angekommen, verlief eigentlich fast alles wie am Vortag. Wir machten Feuer, lasen unsere Bücher und kochten wieder über dem offenen Feuer. Diesmal gab es Eine und Spargel, was auch dieses Mal sehr gut war und von innen wärmte.
Danach spielten wir drei noch Kartenspiele und wer hätte es gedacht, wir haben Knack gespielt :) John war auch sehr gut darin, obwohl er es noch nie vorher gespielt hatte aber zum Schluss habe trotzdem ich gewonnen. :D Knack ist einfach ein tolles Spiel.

Am nächsten Morgen war eigentlich nur noch unsere Heimreise angesagt. Wir machten den Wohnwagen fertig und verstauten wieder alles. Da Mimi sich aber nicht so gut fühlte, musste jmd. anderes den Porsche nach Hause fahren und das war ich :) Zuerst fuhr ich nur hinter den beiden her, da ich den Weg nicht kannte. Aber nach einem Brunch mit einem leckeren Frühstückssandwich (mit Ei und Schinken drin), konnte ich frei fahren. Dieser kleine Roadtrip war echt toll und ich war sogar noch vor John und Mimi Zuhause, obwohl ich mich streng an die Höchstgeschwindigkeit gehalten habe.

Mittwoch Nachmittag war ich mit Niki wieder beim Trap Shooting, wie ich ja im letzten Bericht schon erwähnt hatte. Vorher brauchten wir aber noch neue Munition und trafen uns deshalb mit Nikis Vater in einem extrem großen Outdoor Geschäft. Dort gab es wirklich alles von Bootszubehör, über ganze Boote, Campingausrüstung, Angelzeugs und natürlich auch Waffen und Munition zum Jagen. Alleine die Abteilung mit dem Angelzeugs war so groß wie ein kleiner Baummarkt in Deutschland und in der Waffenabteilung konnte ich bestimmt mehr als 100 verschiedene Waffen finden, die zum Verkauf standen. Von Jagdgewehren über Schrotflinten bis hin zu Pistolen und Bögen. Weiterhin gab es auch ganze Gänge voll mit Munitionskisten, die alle hinter einer Glasscheibe gesichert waren. Die Amerikaner sind wohl noch mehr auf Outdoor Aktivitäten fixiert, als wir Deutschen. Auf der Fahrt zum Schießgelände hatten Niki und ich noch interessante Diskussionen und Vergleiche zwischen dem deutschen und amerikanischen System, was Waffen aber auch Politik angeht. Wenn ihr wissen wollt, wie ich mich geschlagen habe beim Tontaubenschießen, dann schaut euch den letzten Artikel an.

Donnerstag war dann mal wieder ein Tag, an dem ich mich nur entspannt habe und mit Otis gespielt habe.

Viele Grüße
Niklas

PS: Ich habe auch Mal den Monochrom Sensor meines Handys ausprobiert und ich muss sagen, dass dieser mir sehr gut gefällt und sehr schöne Bilder schießt. Die normale Kamera ist ja leider nur durchschnittlich.

PPS: Mit dem Artikel bin ich leider qualitativ nicht ganz so zufrieden. Ich hänge mittlerweile fast eine halbe Woche hinterher mit meinem Berichterstattung und muss mich deswegen etwas beeilen. Was mich vorallem aber stört ist, dass meine hochgeladenen Bilder immer automatisch in eine falsche Richtung gedreht werden. Ich versuchen es in den nächsten Tagen zu beheben, bis dahin müsst ihr noch euren Kopf drehen :D

Kommentare

Hallo, Du Weitreisender, da es dort so interessant ist wirst Du doch nicht in Versuchung kommen dort zu bleiben? Gestern waren wir mit Kerstin u. Torsten in Borkwalde zum leckeren Spargelessen. Leider ging es dem Opa gar nicht gut. Es war jedoch schön, sdass mal alle wieder zusammen waren. Die Umgebung hat sich ja auch sehr verändert - auch zum Vorteil??
Weiter eine schöne Zeit und lG O O