#093 Mein Umzug nach Salt Lake City

Mittlerweile ist bei mir Mittwoch der 09.05, da ich aber weit hinterher hänge mit meinen Artikeln, fängt dieser hier am Montagmorgen den 07.05 an.

Montagfrüh bin ich kurz nach 8 aufgestanden und hatte ein kleines Frühstück mit Kristen und Alex. Später fuhr ich Kristen noch zum Bahnhof, die sie die Woche auf einer Konferenz in der Nähe von San Francisco verbringen würde. Nachdem ich wieder zurückkam, gab es noch die Lasagne von gestern als Lunch und ich konnte endlich meine trockene Wäsche vom Vortag abnehmen und wieder in mein Koffer packen. Denn kurz nach 1 musste ich schon wieder all meine Sachen beisammen haben, da Dave mich abholen kommt. Diesmal fuhren wir aber nicht in der Gegend herum, sondern ich wurde zum Flughafen gebracht. Mein Tripp nach Salt Lake City (Utah) zu Ralph, Allison und Fiona stand an. Und da der Zug mehr als 14 Stunden für die Strecke brauchte, hatte ich mich im Vorfeld schon für den Flieger entschieden. Da die Westküste auch ganz gut von der Billigfluggesellschaft "Southwest" abgedeckt wird, war das perfekt für mich. Mein Koffer war glücklicherweise knapp unter der Gewichtsbegrenzung von 50 Pounds und auch an der Sicherheitskontrolle lief alles super. Bei dieser Fluglinie bekommt man übrigens keinen konkreten Platz zugewiesen, sondern Boardinggruppen. Das hatte ich ja schon auf meinem Flug von LA nach Sacramento erfahren. Diesmal war ich aber relativ weit hinten angesiedelt und musste erstmal warten. Zum Glück war der Flieger nicht voll und ich bekam noch einen "guten" Platz, zwischen zwei schlanken Damen. Es gibt nichts schlimmeres als neben einem bzw. zwei übermäßig dicken Amerikanern zu sitzen. Und als ich mich so hinsetzte, sprach mich die eine auch schon an.... Eigentlich wollte ich nicht mir ihr sprechen, aber was sie zu sagen hatte, war schon sehr interessant/lustig. Als ich vor einigen Jahre Breaking Bad gesehen habe, kam es mir immer so vor, als hätte ich Ähnlichkeiten mit einer der späteren Nebenfiguren. Todd Alquist ist sein Name in der Serie und wird gespielt von Jesse Plemons. Aber Aufgrund der nur geringen Ähnlichkeit, verfolgte ich diese These nicht mehr. Als ich mich nun setzt und die Dame mich ansprach, war ihre erste Bemerkung, dass ich genauso aussehe, wie Todd aus Breaking Bad. Und irgendwie war das schon lustig :D. Zum Glück hat sie dann nur noch wenig mit mir gesprochen und ich konnte nichts tun auf dem Flug. Wir flogen übrigens direkt über den Lake Tahoe, die Sierra Nevada und die Salzseen von Utah. Die Perspektive aus der Luft war schon beeindruckend, da viele hunderte Meilen einfach nur unbewohnte "Wüste" waren. Und nach 1,5 Stunden landeten wir auch sicher in Salt Lake City. Und auch da hatte ich wieder richtig Glück, da mein Koffer fast ganz am Anfang vom Band ausgespuckt wurde:) Dann musste ich nur noch die Pick-Up Zone finden, an der ich mich mit meinem neuen Host Ralph verabredet hatte und da wir vorher viele Infos ausgetauscht hatten, fanden wir uns auch sehr schnell. Ich war nur etwas überrascht, dass Ralph so "alt" aussah. Den Beschreibungen von Kristen zufolge, hätte ich einen großen muskulösen Mann Mitte 30 bis 40 erwartet. Anstatt dessen saß ein Mann am Steuer der etwas kleiner war als ich und kaum noch Haare hatte, aber das ist ja kein Problem. Bevor wir zu seinem Haus fuhren, zeigte er mir noch die Innenstadt von Salt Lake City und erzählte mir einiges über Utah. Hier ein paar Fakten zu Utah:

-Fläche: 220.000 km2 (Brandeburg ist 1/10 der Fläche)
-Bevölkerung: 3.1 Mio (Davon leben 2,5 Mio. in einem Umkreis von 40 Meilen rund um SLC(Hauptstadt).)
-Wirtschaft: Tourismus, Bergbau und Luftfahrtindustrie.
-SLC liegt auf 1300 Meter über NN, wird aber ringsum von Bergen umschlossen, die bis zu 13.500 feet oder 4100 Meter.
-SLC hat mehr als 300 Sonnentage im Jahr
-Utah ist bekannt als Staat der Mormonen, dazu später mehr.

Und so fuhren wir durch die relativ kleine Innenstadt von SLC. Der zentrale Punkt ist übrigens der Haupttempel der Mormonen, von dem aus alle großen Straßen danach benannt sind, wie viele Blocks sie vom Tempel entfernt sind. Weiterhin hat die Innenstadt noch ein Stadt- und Bankenzentrum mit 2 Malls, einigen Bibliotheken, Opernhäusern etc. aber auch die Stammbaumbibliothek der Mormonen. Nach einigen Blöcken, kamen wir an dem Stadium von SLC vorbei, wo 2002 die Winterolympiade eröffnet wurde.Ein paar Minuten später kamen wir auch schon an meinem neuen Zuhause für 2 Wochen an. Ralph und seine Familie wohnen in einem Haus in einem Suburb von Salt Lake City. In der Garage stehen übrigens nur manuell zu schaltende BMWs, ein Scooter und jeweils viele Skier und Fahrräder. Diese Familie ist echt körperlich aktiv. Drinnen angekommen wurden wir erstmal von ihrem Hund Koa begrüßt, die zwar jeden anbellt aber immer zu mir kommt um gestreichelt zu werden. Weiterhin gibt es noch eine alte Katze. Mein Zimmer ist im Keller und ich habe auch dieses Mal mein eigenes Bad. Das ganze Haus ist 2 stöckig + Keller und liegt an einem kleinen Berg, sodass man auch ein bisschen runter in das Tal mit dem Salzsee schauen kann. Kurze Zeit später kam auch Fiona von der Schule nach Hause. Fiona ist 13 (glaube ich) und geht hier in der Gegend zur Middleschool. Weiterhin kam auch noch Allison nach Hause, die Frau von Ralph. Sie arbeitet hier in der Nähe in einem Universitätskrankenhaus. Ralph arbeitet übrigens remote von Zuhause bei Oracle. Zum Abendessen gab es dann Lachs (ich hatte Bratwurst :) ) und danach hatten wir draußen noch eine gute Unterhaltung. Dann ging es schon ins Bett.

Am nächsten Morgen stand ich schon um kurz nach 7 auf. Hier in der Küche kommt übrigends heißes Wasser sofort aus dem Hahn, wenn man sich nen Tee kochen will. Und um kurz nach 8 ging es los. Ralph läuft jeden Tag mit Fiona zur Schule und nimmt dabei den Hund mit. Ich durfte dem Ganzen beiwohnen und tat dies auch. Wir liefen durch eine schöne Nachbarschaft und waren bald auch an Fionas Schule. Danach machten wir noch halt an einer Bäckerei und gingen dann zurück. Mein Plan für den Tag war es die Innenstadt zu erkunden. Ralph gab mir ein Fahrrad und ich fuhr los. Die Innenstadt ist nicht weit weg und ich war zügig da. Am Temple Square schloss ich mein Fahrrad an und schaute mir das Hauptgelände der Mormonen an. Es war zwar spannend all die Gebäude zu sehen und Tafeln zu lesen, aber mein geringes Wissen über die Religion der Mormonen beschränkte mich etwas beim Rundgang. Später bin ich auch noch durch die beiden Malls gelaufen und nahm dort mein Mittag zu mir. Und da es nicht viel mehr in der Innenstadt zu sehen gab, fuhr ich wieder zurück. Später am Nachmittag kam noch ein Freund von Ralph vorbei, welcher norwegische Wurzeln hat und hier jeden Tag in den nahen Bergen wandern geht. Und das taten wir auch mit ihm. Wir fuhren etwas raus aus der Stadt und fingen an irgendeinem Parkplatz an den kleinen Weg hinauf zu wandern. Nach einer längeren Zeit kamen wir an unserem Ziel,einem kahlen Berggipfel, an und konnten die Aussicht genießen. Und nach dem Abstieg und dem Abendessen ging es dann wieder ins Bett.

Am nächsten Tag machte ich nicht die Schultour mit und schlief noch ein wenig, was vielleicht auch ganz gut war, da ich mir auf dem Flug hierher ne Erkältung geholt habe. Nach meinem Frühstück draußen in der Sonne auf der Terrasse ging es an die Tagesplanung. Alle lokalen Freunde von Ralph und Allison hatten mir das Naturkundemuseum empfohlen. Und da Utah eine bedeutende Geschichte hat, wollte ich mir das auch anschauen. Ralph hatte sogar ne Jahreskarte mit der ich gratis reinkommen würde, wenn wir die Karte gefunden hätten :D Deswegen sind Ralph und ich schnell rüber gefahren um seine Karte ersetzen zu lassen. Wir fuhren aber nicht mit seinem Auto, sondern mit seinem Scooter. Und das war das erste Mal, dass ich irgendwo auf einem Zweirad mitgefahren bin. Aber zum Glück überlebte ich die Fahrt auch. :D Nach einer kleinen Diskussion kam ich kostenlos rein, aber Ralph hatte seine Karte nicht zurück. Und das Naturkundemuseum ist echt cool. Utah war damals ein Hotspot für Dinosaurier und deswegen findet man hier auch überall Skelette. Aber es gab nicht nur viele Dinos, sondern auch einen Part zur Entstehung und Kultur der Menschheit, einen Raum für Plattentektonik aber auch zu Biologie etc. Ganz Oben gab es noch eine Ausstellung zum Nachthimmel. In Utah gibt es übrigens 9 Parks die mit der Verifizierung "Dark Sky" ausgezeichnet sind. Dort gibt es in der Nacht fast gar keine Lichtverschmutzung, sodass man die Sterne sehen kann. Deutschland hat glaube ich nur 2 Stellen, wo sowas möglich ist. Ganz oben gibt es auch eine schöne Dachterrasse, auf der man über SLC und die Berge schauen kann. Weiterhin gab es noch ne kleine Ausstellung zu Indianern. Insgesamt war ich fast 3 Stunden da und habe dort sehr viel erfahren. Zurück musste ich zwar laufen aber das Museum war nicht weit weg. Und dann gab es auch schon irgendwann Abendessen und danach bin ich auch schon ins Bett gegangen.

Am nächsten Tag bin ich wieder etwas später aufgestanden und hatte ehrlich gesagt keinen großen Plan, was ich an dem Tag machen sollte. Nach dem Frühstück habe ich dann Gartenarbeit gemacht.Ich habe Kiefernzapfen aufgesammelt und Unkraut gerupft. Das beschäftigte mich zum Mittag. Nach dem Mittag hatte ich wieder etwas Zeit zum entspannen. Am Abend gingen Ralph und ich noch auf eine Radtour. Glücklicherweise gibt es ja hier viel mehr Räder als Menschen, die sie benutzen könnten und so gab es auch ein altes Rennrad für mich. Unsere Tour führte uns den Emigrationcanyon hinauf. Das ist eine kurvige Straße die einfach nur den Berg hinaufführt. Und ich merkte auch ein wenig, dass ich in den letzten Monaten nicht viel trainiert habe, aber trotzdem hat mich auch nur ein Radfahrer, von den unzähligen, überholt. Ralph war immer etwas vor mir, da er natürlich ständig dort trainieren kann. Und irgendwann erreichte ich die Bergspitze, aber Ralph war nicht da. Und da ich kein Telefon dabei hatte, hatte ich wohl Ralph verloren. Ich sah ihn auch nicht auf der anderen Seite den Berg hinunter fahren und so wartete ich. Was sollte ich denn tun ohne Telefon? Glücklicherweise kam er dann irgendwann zurück. Die ganze Strecke den Berg hoch beträgt übrigens 9 Meilen bzw. 14,5 km. Die Strecke zurück war glücklicherweise einfacher und nur den Berg runter. Insgesamt waren die fast 30 Kilometer eine gute Tour vor dem Abendessen :)

Und nun bin ich schon 4 Tage hier und sitze am Freitagmorgen bei Regen im Wohnzimmer und schreibe meinen Blog.

Viele Grüße
Niklas

// Bis auf das erste Bild sind alle von mir. Ich konnte leider das Rotationsproblem nicht beseitigen, da es sehr kompliziert ist....

Kommentare

..... sind deine neue Familie Freunde von Kristen?
Autos mit normalem Schaltgetriebe???? Da kannst du dich schon mal wieder an das normale Auto fahren gewöhnen. Oder du fährst weiter Fahrrad als Vorbereitung für deine Sommertour sicherlich nicht schlecht.
Bist du eigentlich jetzt bis zum Rückflug in SLC?
Lass es dir weiterhin gut gehen und kurier dich richtig aus vor dem Rückflug. LG aus BW ☺