#096 Mein letztes Wochenende in Utah

Meine Tage hier in SLC neigen sich leider dem Ende zu, das heißt aber nicht, dass ich nichts erlebt habe.

Freitag ging es wie immer etwas gemütlicher los. Nach einem Frühstück ging ich mit Koa, dem Hund, spazieren. Diesmal erkundeten wir die Nachbarschaft und liefen eine gute Stunde durch die Häusersiedlung direkt am Berg. Nach dem Mittag war es eigentlich meine Aufgabe Ralphs BMW zu waschen und zu waxen aber da es am Horizont sehr dunkle Wolken gab, fing ich lieber nicht an. Die freie Zeit konnte ich wiederum für meinen Blog nutzen. Als Allison am Nachmittag nach Hause kam, machten wir uns auf in die Berge. Dort trafen wir uns, in der Nähe von Park City, mit einer befreundeten Familie deren Tochter mit Fiona Fußball spielt. Sie campten dort oben in einer kleinen Hütte und hatten uns zum Abendessen eingeladen. Der Campingplatz lag direkt an einem kleinen Bach, der vom nahegelegenen Stausee gespeist wurde. Insgesamt war der Platz sehr schön gelegen. Zum Abendessen saßen wir draußen und hatten Pizza, die zwar von einem Lieferdienst war aber trotzdem nicht schlecht geschmeckt hat. Nach dem Essen spielten wir mit Ruger, dem Hund der Familie der unglaublich süß ist. Leider habe ich keine Ahnung zu welcher Art/Rasse er gehört. Da es aber langsam kalt wurde, machten wir noch ein Feuer. Es war auch diesmal wieder sehr interessant sich mit den Menschen zu unterhalten. Zum Lagerfeuer gab es noch S'Mores. Würdet ihr wissen was das ist? Ich wusste es jedenfalls nicht aber trotzdem habe ich es probiert und wiedereinmal einen sehr leckeren Snack gefunden, den ich in Deutschland nachmachen werde. S'Mores ist eine amerikanische Süßigkeite, die aus Marshmallows, Milchschokolade und Keksen besteht. Dabei wird das Marshmallow über dem offenen Feuer geröstet, bis es außen etwas braun ist und innen langsam flüssig wird. Danach wird das warme Marshmallow auf ein flaches Stück Milchschokolade gelegt und von zwei Keksen eingeschlossen. Dabei fängt die Schokolade an zu schmilzen und bildet eine unglaublich gute und klebrige Mischung. Es ist unglaublich lecker! :) Nachdem uns das Feuerholz langsam ausging und es schon relativ spät war, fuhren Allison und ich wieder zurück nach SLC. Zum Glück war es nicht weit und wir kamen relativ schnell an. Und damit war auch der Freitag schon vorbei.

Der Samstag begann wieder wie gewohnt mit einem Frühstück. Nach dem Frühstück wollte Allison und eine ihrer Freundinnen eine Fahrradtour machen und luden mich ein mitzukommen. Wir trafen ihre Freundin am Fuße des Emigration Canyons und legten los. Diesmal war ich sehr gut drauf und fit, vielleicht habe ich mich mittlerweile auch an die dünne Luft gewöhnt. Jedenfalls zog ich relativ schnell an den beiden vorbei und fuhr vorneweg. Bevor ihr euch wundert warum ich so davonzog. Ich bin natürlich auch wesentlich jünger :D Das Wetter war schön und es waren sehr viele Radfahrer auf der Straße und so konnte ich es nicht vermeiden auch mal von schnelleren Radfahrern überholt zu werden. Im Gegenzug konnte ich aber auch einige überholen und fuhr die 9 Meilen bergauf in meiner persönlichen Bestzeit. Oben angekommen machte ich eine große Pause und las mir die Schilder durch. Über diesen Berg kamen 1846 zuerst die Donnerparty und ein Jahr später die Mormonen nach SLC. Der Rückweg ist glücklicherweise einfacher, da man nur den Berg runter rollt. Auf dem Rückweg kam ich noch an der lokalen Feuerwehr voebvo, bei der gerade Tag der offenen Tür war. Somit konnte ich mir noch in Ruhe all die Fahrzeuge etc. anschauen. Deren Fahrzeuge sind alle darauf ausgelegt auch sehr gut im Gelände zu fahren. Es war sehr interessant das alles zu sehen aber leider hatte ich mein Handy nicht dabei und die Veranstaltung war leider auch schon fast vorbei als ich dort ankam. Nach der Radtour ging Allison zu einer Beerdigung und ich machte mir Mittag und entspannte etwas. Nachdem sie zurück kam, fuhren wir weiter zur nächsten Aktivität. Wir trafen uns mit alten Kollegen von Allison zum Top-Golf. Beim Top-Golf schlägt man immer von einem festen Punkt ab und probiert dabei große Ringe im Boden zu treffen um dann dafür Punkte zu bekommen. Je weiter man schlägt und trifft, desto mehr Punkte bekommt man. Mein weitester Abschlag und Treffer war 150 Yards (137 meter) weit :) Nach gut zwei Stunden golfen, fuhren wir zurück und sammelten Koa auf. Mit dem Hund zusammen fuhren wir zu einem nahegelegenen Park/ Wandergebiet. Dort konnte Koa frei laufen und wir wanderten einen Berg hoch. Oben angekommen, hatten wir einen schönen Blick direkt auf die Innenstadt etc. Aber es gibt mehrere Wege nach oben und somit auch mehrere Wege nach unten. Für den Rückweg entschied ich mich für den "steileren" Weg. Diesen hatten wir anfangs nicht genommen, da es sehr anstrengend sein soll, diesen hoch zu laufen. Aber ich dachte mir, dass das Runterlaufen bestimmt einfacher sei. Aber nein, der Weg war teilweise so steil, dass ich auf dem Weg ausgerutscht bin. Irgendwann kamen aber glücklicherweise unbeschadet unten an. Der ganze Spaziergang ging rund 2 Stunden und als wir beim Auto ankamen, war es schon fast um 19 Uhr aber es war dennoch Zeit für die Aktivität, auf die ich schon Tage lang gewartet hatte. Allison setzte mich oben am Naturkundemuseum ab und ich begann meine Wanderung. Und mit dem Zeitdruck im Nacken rannte ich förmlich den Berg hoch. Ich durfte aif gar keinen Fall den Sonnenuntergang verpassen. Beim ersten Mal habe ich noch über eine Stunde für die Wanderung hoch zum Livingroom gebraucht, beim zweiten Mal waren es noch 45 Minuten und heute schaffte ich es in einer Rekordzeit von unter 30 Minuten. Oben angekommen merkte ich aber, dass ich nicht alleine auf die Idee gekommen war, den Sonnenuntergang von der oben zu begutachten. Gut 25 Leute hatten sich dort oben versammelt und aufgrund dessen, dass ich so unglaublich schnell war, war ich natürlich viel zu früh. Aber so nahm ich in einem steinernen Sessel platz und genoss die Aussicht. Als dann die Sonne unterging, war es unglaublich schön. Im ganzen Tal gingen überall die Lichter an und die letzten Sonnenstrahlen spiegelten sich am Horizont in den Salzseen. Einfach nur unglaublich schön :) Viele der Anwesenden gingen auch gleich nach dem Sonnenuntergang aber ich blieb noch etwas. Irgendwann wurde es aber auch mir zu kalt und windig dort oben und ich machte mich auf den Rückweg. Es war gerade noch so hell, dass ich den Weg und ein paar Steine sehen konnte. Was ich aber definitiv gesehen habe, waren zwei ein Meter lange Schlangen, die sich direkt vor mir über den Weg schlängelten. Zum Glück konnte ich noch rechtzeitig drüber springen und bin nicht draufgetreten, das wäre bestimmt der Worstcase gewesen. Danach habe auch ich dann die Taschenlampe an meinem Handy angemacht :D. Bis ich zurück gelaufen war, war es auch schon kurz nach 10 und ich fiel nach diesem wirklich inhaltsreichen Tag nur noch ins Bett.

Sonntag morgen schlief ich erstmal aus. Nach dem Frühstück half ich Allison im Garten, wir schnitten Bäume etc. Dies taten wir bis nachmittags der Regen wieder anfing. Bevor wir abends zum Lunch fuhren, wollten mich aber auch noch die direkten Nachbarn mal kennenlernen. Die waren auch sehr nett und hatten natürlich auch zentraleuropäische Wurzeln :D Dann ging es aber schon zum Dinner, wir trafen uns mit der Familie vom Freitag, bei einem sehr guten Mexikaner. Das Restaurant war so gefragt, dass sich draußen vor der Tür eine Schlange bildete. Nach ein paar Minuten Wartezeit konnten wir aber rein. Im Inneren war jeder Platz genutzt um irgendwie Gäste unterzubringen. Wir saßen im hintersten Hinterzimmer auf Stühlen die bestimmt seit 20 Jahren dort waren. Aber egal, wir bestellten Essen. Die Spezialität des Hauses sind "Mole", das ist eine urtypische mexikanische Soße aus allerlei mir unbekannten Zutaten. Dazu gibt es Fleisch und Tortillas zum rollen. Und ich muss sagen, dass es im Endeffekt lecker war, obwohl ich nicht wusste was drin war. Nach dem Essen sind wir dann noch mit zu der Familie gegangen und haben dort Cornhole gespielt. Dabei geht es darum einen Sack mit Mais in ein Loch zu werfen. Das ist ein sehr interessantes und schönes Spiel. Wir sollten das auch mal spielen. Und irgendwann war der Abend dann auch vorbei und ich packte meinen Koffer.

Wie es morgen in Las Vegas weiter geht, seht ihr im nächsten Bericht.

Viele Grüße
Niklas