#108 Die kleinen und großen Probleme am Anfang

Nachdem ich am Montag Abend in Alta gelandet war, musste ich erstmal auf mein Gepäck warten. Obwohl der Flughafen unglaublich klein ist, dauerte es unglaublich lange bis sich das Gepäckband bewegte. In der Zwischenzeit lernte ich noch einen Spanier kennen, der erst zum Nordkapp fahren wollte und dann zurück nach Umea in Schweden. Gemeinsam bauten wir dann im Flughafengebäude noch unsere Räder auf. Danach mussten wir uns aber verabschieden, da ich in meinem Airbnb einchecken musste. Auf dem Weg dorthin musste ich feststellen, dass vorne meine Gangschaltung irgendwie defekt war und so musste ich den ersten kleinen Berg hochschieben. Zum Glück fand ich meine Unterkunft relativ schnell und konnte mich ins Bett legen, da ist schon fast Mitternacht war aber es draußen immer noch taghell war. Der nächste Tag begann relativ entspannt, ich frühstücke und machte mich auf den Weg in die Stadt. Dort suchte ich erstmal die Touristeninformation, danach ging es erstmal zu einem Bankautomaten,ins Fahrradgeschäft wo meine Gangschaltung wieder repariert wurde und einkaufen musste ich ja für die Tour zum Nordkapp auch noch. Die ersten paar Kilometer auf dem Fahrrad waren einfach und das Wetter war unglaublich schön. ( 20°C und Sonne) Aber schon am ersten kleinen Berg sprang wie die Kette ab und für die Reparatur musste alle Taschen abnehmen, das Fahrrad einmal umdrehen, die Kette wieder auflegen und die Taschen am Ende wieder anschnallen. Kurzz hinter Alta ging es dann aber auch schon richtig mit großen Bergen los. Es wartet eine 7 % Steigung und das war für mich echt anstrengend. Ich habe mich in meinem Zustand - kaum trainiert- den Berg mit meinen schweren Taschen hochgeqält. Auf dem Weg nach oben traf ich einen Jungen Letten der auch mit dem Fahrrad zum Nordkap unterwegs war und mich in der nächsten Zeit begleiten würde. Gemeinsam fuhren wir unsere erste Tagesetappe. Wir erklommen Berg um Berg. Irgendwann kamen wir auch glücklicherweise am höchsten Punkt des Berges an und dann hieß es erst mal wieder etwas entspannen und runter rollen. Links und rechts haben wir wilde Rentiere grasen gesehen, leider waren sie noch so weit entfernt, dass ich keine Fotos machen konnte. Danach frischte auch der Wind und kam nun direkt von der Seite. Der Wind war jedoch so stark, dass er mich von der Fahrbahn drückte und ich ins Kiesbett geschoben hat, als ich versucht habe wieder auf die Straße zu gelangen rutschte meinen Rad weg und ich legte mich ordentlich auf dem Asphalt. Das war ein Schock, ein Sturz direkt am ersten Tag. Nach dem ersten Schock ging es mir aber relativ gut, ich hatte nur Schürfwunden an den Händen und am Knie und der Rest war anscheinend okay. Glücklicherweise war der Lette noch bei mir und konnte mir helfen. Wir versorgten meine Wunden und nach einer Pause ging es auch für uns weiter. Nach diesem Sturz war ich sehr müde und wir suchten uns langsam einen Schlafplatz für die Nacht. Dieser sah folgendermaßen aus: es war ein Stück Wiese direkt neben einem kleinen Fluss und etwas abseits der Straße. Dort schlugen wir unsere Zelte auf und kocht uns etwas Warmes zu essen. Ich hatte mir vorher im Supermarkt ein paar Würstchen gekauft und grillte diese nun in meiner Pfanne mit etwas Brot , was nach diesem anstrengenden Tag echt lecker war. Danach gab es noch einen schönen warmen Tee. Da wir beide so fertig waren, gingen wir beide in unsere Zelte und versucht einzuschlafen, um wieder neue Energie für den nächsten Tag zu gewinnen. In der Nacht regnete es und es gewittert. Irgendwann kurz nach Eins zog ein lautes Donnergrollen durch unser Tal und weckt mich auf aber sonst ist glücklicherweise nichts passiert.
Am nächsten Morgen als ich aufwachte war es dann schon wieder trocken und es konnte weitergehen. Nach dem Frühstück trennten sich unsere Wege da der Lette doch relativ schnell vorankommen wollte und ich nach meinem Sturz erstmal schauen wollte, wie es mir überhaupt geht. Und so fuhren wir beide getrennt los. An diesem Vormittag ging es mir aber deutlich besser als am letzten Tag und ich kamen auch ganz gut voran. Diee ersten 50 km waren fast schon eine Leichtigkeit, da ich relativ wenig bergauf fuhr und fast nur flache Strecke vor mir hatte oder Strecken, die bergab gingen. Bei meiner Mittagspause in Olderfjorden traf ich den Letten wieder und wir wärmten uns bei einem Tee in einer Tankstelle. Nach der Pause fuhr weiter sein Tempo und ich gemütlich hinterher. Diesmal ging es gemütlich den Fjord entlang und immer weiter Richtung Norden. Leider kam auch der Wind aus Norden und blies mir direkt ins Gesicht aber naja da muss man halt durch. Später bei einer weiteren Pause traf ich wieder den Letten. Abends, nach 105 km, schlugen wir unsere Zelte in einer Art Steinbruch auf, wo es zum Glück fast windstill war. Aber es war immer noch sehr kalt, es waren draußen rund 5°C. In meinem Schlafsack schlief ich mit Jogginghose, langer Unterhose, Socken, T-Shirt und Pullover. Trotzdem war die Nacht nicht sehr warm.

Am nächsten ging es dann auf die hoffentlich letzte Etappe bis zum Nordkapp. Nach dem Frühstück ging es ein paar kleine Berge hoch und runter aber das war okay. Dann folgte der Nordkapp Tunnel. Dieser verbindet das Festland mit der Insel auf der das Nordkapp steht. Darin fährt man erstmal 2,5 km mit 9% Steigung runter, bis man nur noch 250 Meter Meer über sich hat. Danach muss man aber wieder zurück an die Oberfläche. Das heißt es geht die letzten 2,5 km des Tunnels wieder mit einer Steigung von 9% nach oben. Der Weg da durch ist unglaublich anstrengend. Es ist kalt im Tunnel und auch irgendwie rutschig. Ich war froh, dass ich es raus geschafft habe aber nochmals durchfahren wollte ich nicht. Ich traf auch den Letten wieder und gemeinsam fuhren wir zum Nordkapp. Vorher machten wir noch Pause in Honningsvag und deckten uns mit Snickers ein, der Energiequelle :D.
Das Nordkapp liegt ja 300 Meter über dem Meer und Honningsvag bei 0m. Ich hatte gehofft, dass es bis zum Nordkapp nur eine Steigung gibt, die man erklimmen muss aber nein man bewegt sich wellenförmig auf das Nordkapp zu. Immer wieder lange Berge hoch und lange Berge runter, das ganze ging fast 30km so.

Ob ich es aber geschafft habe, das könnt ihr im nächsten Eintrag lesen :)

VG Niklas

PS: Warum kommen keine Blogeinträge mehr? Ich habe einfach keine Zeit zum schreiben :D aber vielleicht ändert sich das ja.
PPS: Fotos kommen später

Kommentare

Moin Niklas,
Deine Tour hat ja schon einige Überraschungen für Dich bereit gehalten! Die Schaltungsprobleme, der Wind, das Kiesbett, der erste und hoffentlich letzte Sturz! Das waren die weniger schönen.
Es freut mich, dass Du so viele Gleichgesinnte Radfahrer triffst, mit denen ins Gespräch kommst, Teilstrecken zusammen fahrt und auch die eine oder andere Lokation für die Nacht geteilt habt!
Das Kap liegt jetzt schon erfolgreich hinter Dir und jetzt geht es zurück in den Süden. Ich kann berichten, im Süden wird es immer wärmer und auch das kann ganz schön anstrengend sein. Ich war die letzten Tage in Neapel und da wurde ich mit sehr großer Hitze begrüßt. Trotzdem haben wir eine Tour durch Pompei auf uns genommen. Es war schon spannend zu sehen, was ein Vulkanausbruch spontan anrichten kann. Gestern haben wir dann nach dem geschäftlichen Teil uns zum Hafen aufgemacht. Durch laute, enge und schmutzige Straßen bewegten wir uns runter zum Meer und wurde es wirklich schöner. Wir saßen lange in einem sehr schönen Restaurant im Yachthafen und genossen den Tag. Zum Nachmittag hin, gab es auch Hafenkino! Einlaufende schicke Segelyachten suchten ihre Parkbox. Die Sehnsucht auf den nächsten Segeltörn kam bei mir merklich auf.
Heute Nachmittag geht es zurück.

Mit dem Training der ersten Tage sollte es jetzt besser rollen! Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag und spannende Fahrtradbekanntschaften.

LG Papa

PS: Können wir eigentlich auch Fotos hochladen? Kannst Du da noch etwas freischalten in Deinem Blog?

Nein Vatti, nur ich kann hier Bilder hochladen :D