#109 Das Nordkapp!

Nach rund 230 km, innerhalb von drei Tagen, erreichte ich am Abend des 05.07.2018 das Nordkapp mit meinem Fahrrad.

Der Aufstieg dorthin war wie im letzten Bericht erwähnt unglaublich anstrengend, teilweise hatten wir wieder 9% Steigung, die über mehrere Kilometer anhielt. Kurz bevor ich oben ankam, standen ein paar Rentiere am Rande und ich schoss das erste Rentierfoto. Aber wie kommen die Tiere auf diese Insel? Als Vieh werden sie bestimmt nicht gehalten, da sie sich ohne Zäune auf der sehr großen Insel frei bewegen können. Aber rüberlaufen geht doch auch nicht, da ich vermute, dass wilde Rentiere nicht einfach durch einen 7km langen Tunnel mit Autos laufen. Vielleicht sind sie über das Eis gelaufen, dass sich hier im Winter auf dem Meer bildet oder friert das Wasser hier überhaupt zu? Oder können Rentiere einfach nur gut schwimmen? Vielleicht wurden sie auch hier vom Menschen ausgesetzt? Was denkt ihr?
Oben angekommen wartete der Lette schon auf mich. Zuerst machten wir natürlich Fotos als Erinnerung. Danach gingen wir rein und wärmten uns bei einem Tee. Der -norwegen typisch- teuer war. Ich zahlte 36 NOK ~ 3,6€ für einen kleinen einfachen Tee. Aber er half, da es draußen sehr kalt war. Das Wetter war übrigens mittelmäßig. Es war bewölkt und das Meer war fast komplett mit Nebel bedeckt. Nach einer längeren Pause machten wir uns wieder auf den Weg zurück, da wir für die Nacht noch einen Schlafplatz brauchten. Nur gab es auf den 30km zurück bis Honningsvag nicht wirklich Übernachtungsmöglichkeiten. Es gab nur zwei Hüttensiedlungen, die eine in der Mitte des Weges, die andere fast schon in Honningsvag. Da aber der Rückweg genauso anstrengend sein würde wie der Hinweg, entschieden wir uns für die mittlere Möglichkeit. Auf dem Weg dorthin trafen wir noch einen Deutschen, der sich mit uns so eine Hütte teilen wollte. Insgesamt kosten die 60€ pro Nacht und wir teilten durch 3. Dort war es schön warm und es gab eine Dusche :)
Am nächsten Morgen gab es noch ein gemeinsames Frühstück und dann fuhren der Lette ( ich kann mir seinen Namen nicht merken ) und ich zurück über die Berge nach Honningsvag zur Touristeninformation. Bei meinem Sturz vor 2 Tagen war mir und dem Fahrrad ja zum Glück nichts großes passiert. Nun aber brach mein Fahrradständer ab, der bei dem Sturz angebrochen war. Und da es keinen Fahrradladen dort gab, , musste ich erstmal ohne weiter, was echt kacke ist, wenn man nichts zum dagegen stellen findet. Trotzdem fuhren wir weiter nach Honningsvag. Wir beide wollten nämlich nicht nochmal durch den Nordkapp Tunnel fahren und suchten deswegen einen Bus. Diesen gab es auch und er beförderter uns glücklicherweise weit weg vom Tunnel. Er stieg schon etwas früher aus, da er über Finnland und Estland zurück nach Riga wollte. Hier trennten sich nun endgültig unsere Wege.
Ich blieb im Bus und fuhr weiter bis nach Alta, der Stadt in der meine Radtour begonnen hatte. Warum bin ich nicht nach dem Tunnel mit dem Fahrrad weitergefahren? Ich finde es immer blöd, wenn man eine Strecke zwei Mal fährt, dann fühlt es sich immer so an, als ob die erste Strecke umsonst war. Außerdem konnte ich damit eine zweitägige Bergetappe vermeiden. Am Nachmittag kam ich in Alta an und mein erster Gang ging zum Fahrradladen um mir einen neuen Fahrradständer zu kaufen. Diesen habe ich dann in Eigenarbeit befestigt und konnte damit dann weiterziehen. Danach ging ich noch meine Vorräte aufstocken und begab mich zu meiner Unterkunft. Dort machte ich mir nur noch Essen und ging müde ins Bett.

Die nächsten Etappen plante ich auch noch, diese werden mich vermutlich auf die Lofoten führen. Aber die Reise dorthin beschreibe ich im nächsten Artikel.