#111 140 km Etappe, die Insel Senja und mehr

Nach dem gemütlichen Frühstück mit den beiden Hamburgerinnen und dem Dresdener auf dem Campingplatz trennten sich leider schon unsere Wege. Jacob fuhr zum Flughafen um seinen Flug umzubuchen, die beiden Mädels zogen weiter mit ihrem Auto und ich fuhr erstmal zur Touristeninformation um nach dem Radweg zu den Lofoten zu fragen. Nachdem ich alle meine Informationen hatte, war es bereits halb eins und eigentlich schon relativ spät am Tag. Meine Route führte mich raus aus Tromsø und an der Fjordküste weiter Richtung Südwesten. Nach 55km erreichte ich die Fähre, die mich auf die Insel Senja bringen sollte. Von Senja hatte ich vorher noch nichts gehört aber laut dem Reiseführer der Mädels sollte es dort ganz schön sein. Das war übrigens auch die erste und leider nicht letzte Fährfahrt die ich als Radfahrer bezahlen musste. Fast 17€ musste ich dafür hinblättern. Kurz nach 18 Uhr kam ich dann am Nordostende von Senja an und stand vor einer großen Entscheidung. Am anderen Ende der Insel wartete eine Fähre die mich weiter in Richtung Lofoten bringen sollte, diese fährt aber nur drei Mal am Tag. Einmal morgens, einmal mittags und einmal abends. Bis zur Fähre waren es aber weitere 85km und da ich den nächsten Tag nicht mit dem Warten auf eine Fähre verbringen wollte und stattdessen fahren wollte, versuchte ich noch an diesem Abend die 85km zu fahren. Glücklicherweise sind die Straßen auf der Insel fast alle flach. Ich musste nur drei Mal ordentlich den Berg hoch strampeln. Aber es hat sich gelohnt, einerseits waren die sehr engen Straßen zu so einer späten Stunde leer und das Wetter war super. Ich hatte Sonne und keinen Wind. Aber auch die Insel war unglaublich schön. An den Seiten der Fjorde erstreckten sich extrem hohe Berge an denen sich die Wolken fingen, alles war grün, das Wasser im Fjord war unglaublich klar und sauber- fast schon türkisfarbend und am Ende jedes Fjord gab es einen weißen Sandstrand. Gefühlt habe ich alle 10 Minuten eine Fotopause gemacht um die schöne Natur festzuhalten. Sehr gerne hätte ich hier eine/meine professionelle Kamera dabei gehabt, dann wäre die Schönheit bestimmt noch besser rübergekommen, als auf den Bildern meines Smartphones. Aber die 85km streckten sich sehr, als ich eine größere Pause zum Essen machte, war es bereits 20 Uhr und ich hatte noch 50km vor mir. Zum Glück ist es ja hier immer noch rund um die Uhr hell und so fuhr ich Kilometer um Kilometer. Zwischdrin machte ich immer wieder kleine Pausen, um wieder zu Kräften zu kommen. Kurz vor Mitternacht erreichte ich endlich den Ort mit der Fähre und wurde erstmal enttäuscht. Ich hatte mir eingeprägt, dass die erste Fähre am Morgen direkt um 8 Uhr fährt aber stattdessen sollte sie erst um 11 fahren. Dafür hätte ich mich an diesem Tag nicht so anstrengen müssen. Jetzt musste ich mir aber erstmal einen Schlafplatz suchen und vorallem etwas essen,ich war unglaublich hungrig. Den Schlafplatz fand ich etwas außerhalb des Ortes und dort konnte ich mir auch endlich etwas kochen. Wisst ihr eigentlich wie ich mich auf der Tour hier ernähre?

Frühstück:
Brot + Wurst + Frischkäse ( falls ich welchen habe)
Obst ( meist ein Apfel)
Jogurt ( aus dem praktischen 800 Gramm Beutel, der in jede Tasche passt und nicht platzt)

Mittag:
Stullen
Obst ( meist ein Apfel)

Abends:
Nudeln mit Soße

Snacks:
Salzstangen oder Nüsse
Snickers oder Schokolade
Alles als Energiegeber für Zwischendurch

Getränke:
Wasser ( meist irgendwo abgefüllt)
Cola ( als flüssiger Energiespender aber das probier ich gerade loszuwerden, da Colaflaschen schwer und voluminös sind :D )
Tee ( als Alternative für ganz kalte Tage)

Und so probiere ich den ganzen Tag Energie aufzunehmen, die ich beim Radfahren verbrauche. Gerne würde ich in meine abendliche Küche mehr Variationen bringen aber mir fällt nichts ein, was ich noch kochen könnte und den Anforderungen entspricht. Es muss sättigend sein aber auch einfach zu kochen( Ein Topf Gericht) , mit wenig Zutaten und auch haltbar , damit ich es über den Tag transportieren kann. Leider gibt es hier keine/kaum Konserven und Tütensuppen sind zwar warm aber nicht so energiereich und sättigend.
Habt ihr Ideen was ich essen kann? Schreibt mir dann gerne!

Am nächsten Morgen klingelte zwar der Wecker kurz vor 8 aber da ich es nicht weit zur Fähre hatte, blieb ich noch liegen. Kurz nach 10 kam ich an der Fähre an und war froh, dass ich nur ein Fahrrad hatte. In den letzten Stunden hatte sich eine lange Schlange an Autos und Wohnwagen gebildet, die alle mitfahren wollten. Die Fähre kam auch irgendwann und dann ging es los über einen großen Fjord/ das offene Meer. Da wir aber Wind aus Norden hatten, ergaben sich sehr große Wellen, die das Schiff ordentlich umher schubsten. Und natürlich wurde mir schlecht aber ich hatte meine Medikamente mit dabei und konnte das Schlimmste vorbeugen. Die Fähre brachte mich nach Andenes auf den Vesterålen, einer weiteren Inselgruppe, die laut dem Reiseführer auch schön sein sollte, es aber nicht wirklich ist. Der Teil den ich gesehen habe, war zwar relativ klein aber trotzdem nicht so besonders. Deswegen fuhr ich relativ zügig weiter. Immer an der Küste entlang bis zur Mitte der Insel. Dort schlug ich in der "Wildnis" neben einem bewachenen Fußballplatz mein Zelt auf. Plötzlich kam ein alter Volvo angefahren und der Fahrer (25-35 Jahre alt) stieg aus. Erst schaute er sich den alten Platz an , sprach dann mit mir drei Worte und fuhr dann weiter? Was auch immer er dort gesucht hat. Ich habe mir dann wieder mein Essen ( Nudeln - yeah) gemacht und ging mit einem Podcast im Ohr ins Bett.
In der Nacht hatte ich komisch bzw. wirr geträumt und am Morgen war das Wetter auch schlecht. Es war diesig und bewölkt. Deshalb ging ich nach dem Frühstück nochmal in meinen warmen Schlafsack und schlief bis zum Danach war zwar das Wetter besser aber der Wind blies mir nun kräftig ins Gesicht und das über die gesamte Tagesstrecke. Insgesamt habe ich es an dem Tag auch nur auf rund 75km geschafft. Zwischdrin musste ich mal wieder Fähre fahren und müsste im geografischen Sinne jetzt schon auf den Lofoten sein.

Was ich hier erlebe,lest ihr im nächsten Bericht. :)

Kommentare

Moin Niklas,
wesr einmal Glückwunsch zu den sehr schönen Fotos. Das Stimmungsbil mit dem Fahrrad und das Panaormabild finde ich besonders gelungen.

Jetzt mal zu ein paar Ideen für Ein-Topfgerichte!

- Linsen mit Speckwürfeln und Zwiebeln
- Linsen mit Knacker
- Reis mit Milch und Zucker (Obst)
- Reis mit dem Inhalt einer Fischdose

VG Papa