#116 Dänemark im Schnelldurchlauf

Gerade legte die Fähre in Schweden ab und schon waren wir in Dänemark. 20 Minuten schipperten wir nur über das Wasser aber ich habe die Zeit sinnvoll genutzt, um mir eine Unterkunft für die Nacht zu suchen. Relativ zentrumsnah gab es sogar einen Campingplatz mit guten Bewertungen. Dort konnte ich auch glücklicherweise mein Zelt nach diesem langen Tag aufschlagen, obwohl der Platz schon relativ voll war. Mein kleines Zelt passt halt immer noch irgendwohin. Danach ging es für mich wie immer in die Gemeinschaftsküche, wo es zum letzten Mal Reis und Curry zum Abendessen gab. Später ging ich dann nur noch ins Bett und schlief. Am nächsten Morgen wurde ich relativ früh von einem Zug geweckt, der hinter der Zeltwiese Richtung Innenstadt fuhr und das auch im regelmäßigen Abstand. Irgendwann wurde es mir zuviel und ich stand auf. Nach einer frischen Dusche setzte ich mich vor mein Zelt und fing an zu frühstücken. Am Abend vorher war es mir wirklich egal gewesen, wen ich als Nachbarn hatte aber jetzt wurden alle so langsam wach ( Kurz vor 8). Unter den vielen Dänen konnte ich auch aus dem benachbarten Zelt etwas Deutsch verstehen. Es war eine vierköpfige Familie, die anscheinend auch Dänemark mit dem Rad bereisten. Nur hatten die beiden Kinder, geschätzte 13 und 15, überhaupt keine Lust so früh aufzustehen. Aus der Sicht ihrer Mutter lag das natürlich an ihren Handys und drohte mit einer Art Handyverbot. Normalerweise ist sowas ja nicht wirklich lustig aber die Familie kam aus dem Mansfelder Land und so sprachen sie auch. Das sorgte bei mir natürlich für morgendliche Belustigung :D.
Mein nächstes Ziel war eigentlich die Touristeninformation aber ich war so früh da ( um 9 Uhr), dass diese einfach noch zu hatte. Schlussendlich hätten die Mitarbeiter dort aber wahrscheinlich auch nur Google Maps nach einem Radweg gefragt. Und das kann ich ja schließlich auch alleine. Es gab sogar einen Radweg der immer an der Küste nach Kopenhagen führen sollte. Dieser war gut ausgebaut und einigermaßen gut beschildert. Leider schreiben die Dänen immer nur die Nummer des Weges an die Schilder und nicht das Ziel,was mir leider nicht viel brachte. Auf meinem Weg begegneten mir echt viele Fahrradfahrer. Zwar nur wenige mit mit Gepäcktaschen aber dafür sehr viele Rennradfahrer die am frühen Dienstagmorgen schon ihre Runden drehten. Haben die alle Urlaub?
Bis nach Kopenhagen waren es zum Glück nur 45 und relativ schnell war ich in der Stadt. Die Dänen haben in Kopenhagen eigentlich an jeder Straße auf beiden Seiten einen breiten Fahrradweg, was sehr löblich ist. Trotzdem macht mir das Radfahren in größeren Städten überhaupt kein Spaß. Einerseits muss man ständig anhalten an den Ampeln, was schon nicht schön ist und dann sind da noch eine große Menge an anderen Radfahren. Allein deren Existenz ist kein Problem, nur ihr Verhalten. Da ich ja nicht wirklich langsam fahre überhole ich die meisten Radfahrer auf den geraden Strecken zwischen den Ampeln. Wenn dann aber die Ampel rot ist, muss ich warten und die gerade überholten Radfahrer holen wieder auf. Die meisten drängeln sich dann dreist an der Ampel vor, was ich überhaupt nicht verstehe und dann geht das Spiel wieder von vorne los. Nur die Rennradfahrer sind natürlich schneller als ich. Die meisten haben aber aus Gewichtsgründen keine Klingel am Fahrrad. Deswegen schieben sie sich einfach unbemerkt an irgendwelche Stellen an einem vorbei oder wenn sie nicht vorbei kommen, dann pfeifen sie. Und ganz ehrlich ich bin doch kein Hund. Leider war die Beschilderung auch mangelhaft in Kopenhagen. Nirgends gab es ein Schild, dass den Weg in die Innenstadt zeigte. Aber irgendwann habe ich sie doch gefunden und lief durch die völlig überfüllte Fußgängerzone. Kopenhagen ist bestimmt ein wundervolle Stadt und ich würde sie gerne Mal ausgiebig erleben aber an diesem Tag war es einfach nur voll und warm. Ich habe nicht Mal Bilder in der Stadt gemacht und an der Meerjungfrau war ich auch nicht. Es war halt überhaupt nichts ausgeschildert. Deswegen habe ich etwas außerhalb vom Zentrum mein Mittag auf einer Bank gegessen. Und da es so warm war, saß ich auch dort ne Weile.
Insgesamt standen mir in Dänemark rund 200km von Helsingør nach Rodby bevor, die ich gut und gerne auf 2 Reisetage aufgeteilt. Deswegen blieb ich auch nicht in Kopenhagen für die Nacht, sondern musste noch raus aus der Stadt fahren. Auch entlang der Landstraße gab es größtenteils gute Radwege. Für die Nacht hatte ich mir einen Campingplatz an der Ostsee gesucht, der zwar nicht ganz auf meiner Route lag aber gute Bewertungen hatte. Als ich dort ankam, wurde ich aber überrascht. Ich hatte einen kleinen Campingplatz vermutet und fand einen riesigen Platz. Obwohl es freie Platzwahl gab,fand ich relativ schnell einen netten Platz in der Nähe vom Waschhaus. Die Infrastruktur war echt nicht schlecht und in der Küche konnte ich meine Nudeln kochen. Draußen stand auch ein großer Edelstahlgrill. In ganz Skandinavien herrscht eigentlich ein Verbot von offenem Feuer aber trotzdem fing jemand an zu grillen,als ich draußen meine Nudeln aß. Und wenn nichts interessantes passiert wäre, würde ich nicht darüber sprechen. Leider habe ich nicht mitbekommen woher die beiden Männer kamen aber das ist diesmal egal. Sie fingen ganz normal an, die Kohlestücke zu stapeln und sie mit etwas Spiritus zu begießen. Jedoch hörte der Schwall an Spiritus nicht auf. Ein guter halbe Liter wurde ordentlich verteilt. Aber wie zündet man sowas an? Natürlich mit Papier. Aber da die beiden kein Papier fanden, nahmen sie die Kohletüte, die ja bekannterweise schwer brennbar ist. Und damit das Papier dann brännt, wurde es in Spiritus getränkt. Im Endeffekt habe ich noch nie so viel Spiritus auf einmal brennen sehen :D aber es ist nichts passiert. Meine Powerbank konnte ich zum Glück im Fernsehraum über Nacht laden.
Am nächsten Morgen wurde ich von Donner und Regen geweckt aber der Wetterbericht sah trotzdem gut aus. Die nächste und letzte Dänemark Etappe ging dann nach Rodby zur Fähre. Das ganze verlief ganz gut und ich kam ohne Probleme nach Rodby.

Damit wars auch schon mit Dänemark.

Viele Grüße

Kommentare

Moin Niklas,
in der Zwischenzeit bist Du ja schon wieder in Deutschland angekommen.
WIllkommen zurück!!!!!
Wir wünschen Dir heute für Deine letzte Etappe weiterhin noch ausreichend Luft in den Reifen.
Genieße den Campingplatz, das Wanderhaus oder vlt. doch Dein Zuhause!
wir freuen uns auf ein Wiedersehen am Montag.

PS: Kannst eigentlich als Admin das Recht vergeben, das ich auch Bilder hochladen kann?

VG Papa