#120 Die ersten zwei Wochen @ IBM

Jetzt geht es richtig los! Wir schreiben Montag, den 17.09.2018. Einen Tag, an den ich mich wahrscheinlich noch in Jahrzehnten erinnern werde. Da zu mindestens ich am ersten Tag nicht zu spät kommen wollte, bin ich noch vor dem Sonnenaufgang ausgestanden. nach einer Dusche und einem kleinen Frühstück ging es im Anzug zum S-Bahnhof. Dort traf ich mich mit ein paar meiner Kommilitonen und wir bildeten eine Fahrgemeinschaft. Kurze Zeit später standen wir nervös aber auch stolz in der Eingangshalle der IBM in Ehningen, dort gab es für uns unsere offiziellen Firmenausweise. Jetzt waren wir endgültig Teil der IBM und wurden mit freundlichen Worten, des Leiters für Hochschulprogramme bei der IBM, begrüßt. Zuerst wurde uns das "DU" angeboten. In der IBM setzt sich seit vielen Jahren schon diese DU-Kultur immer weiter durch und ich muss sagen, dass ich diese Art sehr angenehm finde. Es macht die Arbeit miteinander etwas lockerer und nicht ganz so steif, wir müssen beispielsweise auch keine Krawatten mehr tragen. Ein Anzug reicht in diesem Fall aber der Kleidungsstil ist auch von Abteilung zu Abteilung unterschiedlich. Nach dem kleinen Brezelfrühstück machten wir Gruppenfotos und bekamen einen Minirundgang durch die Lokation, prinzipiell sind wir ja auch vorher schon mehrmals durch das Gebäude geführt wurden. Auf dem Weg zu unserem Gruppenraum machten wir einen Stopp am internen IT Support, dort gab es unsere "Arbeitsgeräte". Die IBM stellt uns nämlich ein MacBook Pro 13" und ein IPhone SE zur Verfügung, damit wir auch vernünftig arbeiten können. Nachdem wir unseren Raum für die nächsten Tage bezogen hatten, ging es auch schon das erstem Mal in die Kantine. Das Essen ist zwar für einen Studenten nicht billig aber unglaublich gut. Innerhalb der ersten Woche gab es kein Essen, das mir nicht geschmeckt hat. Auch die Auswahl ist immer riesig mindestens 5 oder 6 verschiedene Gerichte werden angeboten, die sich in einem preislichen Rahmen von ca. 3-4 Euro (Tagesgericht) bis hin zu ca. 6 Euros (etwas exklusiveres Essen) bewegen. Dazu gibt es gratis Wasser oder normale Getränke. Das schöne ist, dass wir immer mit unserem Badge bezahlen und das Essen automatisch von unserem Gehalt abgezogen wird. Nach der Mittagspause hörten wir Vorträge zu organisatorischen Dingen aber auch generell zur IBM und lernten nebenbei unsere Studienreferenten besser kennen. Und dann lag mein erster Arbeitsalltag auch schon hinter mir. Und obwohl es dann irgendwann schon kurz vor 6 war, musste ich noch einige Dinge im Haushalt erledigen. Abends musste ich zum Glück nicht kochen, da einige von uns sich hier in Vaihingen noch in einem Irischen Pub trafen. Dort gab es gutes Essen, gutes Bier und ein Pubquiz, bei dem wir eher durchschnittlich abschnitten. Ich meine, wer weiß denn welches Metall den größten Anteil in Pewter hat? Ich lag mit Kupfer schon nicht schlecht aber das liegt leider nur auf Platz zwei. Es war auch schön, dass nicht nur Studenten aus unserem Jahrgang da waren sondern auch aus den Jahrgängen über uns. Nach einem langen Abend mit guter Stimmung fiel ich abends extrem müde ins Bett und an meinem zweiten Arbeitstag musste ich natürlich wieder früh aufstehen.

Am heutigen Dienstag hörten wir wieder organisatorische Vorträge, hatten ein gutes Mittagessen und nach dem Essen kamen diverse Vertreter aus den unterschiedlichsten Abteilungen der IBM zu uns und stellten diese vor. Von der Security-Abteilung über das Labor und das Projektgeschäft der GBS bis hin zu den ganzen Sales und Vertriebsabteilungen war alles dabei. Nach diesem Arbeitstag war wieder eine Party angesetzt, diesmal aber direkt bei der IBM. Anfang des Jahres wurde unsere bisherige DACH-Chefin Martina Köderitz abgelöst von Matthias Hartmann (übrigens einem ex dualen Studenten). Dieser führt nun den DACH Bereich und hatte am Anfang eine interne IBM Challenge ausgerufen. Da die IBM vorher nicht wirklich stark war und nicht viel gewachsen ist, setzte er das Ziel, dass "wir" im Q2 wieder wachsen und mehr Gewinn abwerfen. Das haben "wir" auch geschafft und so wurden deutschlandweit (vlt. sogar Österreich und Schweiz) Partys von der IBM ausgerichtet. Da in Ehningen der Hauptsitz von der IBM im DACH-Raum sitzt, war bei uns die größte Party und da wir Studenten nun auch ein Teil der IBM sind, wurden wir auch eingeladen. Es gab freie Getränke und Essen, das Wetter war anfangs echt gut und auch ein bisschen poppige Musik wurde gespielt. Die Stimmung war soweit ganz gut. Irgendwann schlug das Wetter um und es hagelte/ regnete so stark, dass wir alle ins Parkhaus geflohen sind. Irgendwann machte Matthias Hartmann noch eine Ansprache und wir konnten uns mit den unterschiedlichsten Leuten. Später stellte er sich sogar noch mit ein paar anderen Führungskräften hinter die Bar und machte Getränke für seine Mitarbeiter. Die ganze Atmosphäre in der IBM ist halt etwas anders :) Aber auch nach diesem langen Tag fiel ich müde ins Bett :D

Mittwoch ging es etwas unspektakulär weiter. Wir hörten weiterhin Vorträge und so ging der Tag auch relativ schnell vorbei. Abends ging es etwas ruhiger zu und ich konnte mal wieder etwas entspannen. Dafür war der Donnerstag sehr cool. Am Vormittag hatten wir so eine Art "Speeddating" mit möglichen PEs. Neben der Theorie an der DHBW haben wir auch immer noch Praxisphasen, die wir in der IBM absolvieren. Normalerweise bewirbt man sich online auf die PE-Stellen aber da wir als Informatiker beispielsweise schon nach den ersten zwei Wochen in einen PE gehen, gab es dieses Speeddating, um sich einen PE möglichst schnell klar zumachen. PE heißt übrigens Praxiseinsatz. Ich war bei dem Thema etwas raus, da ich meinen ersten PE schon fast sicher hatte. Damals beim Assessment Center hatte ich eine Visitenkarte bekommen von einem aus dem Labor, der mir damals schon einen PE bei sich in der Abteilung angeboten hatte. Deswegen ging ich das ganze ein bisschen entspannter an und sprach mit so vielen Leuten wie möglich. Selbst mit Abteilungen, die nicht wirklich auf meinen Studiengang passen, wie zum Beispiel Sales, habe ich viel gesprochen, da ich die 6 PE thematisch breit aufstellen möchte, um einfach die ganze Vielfalt der IBM kennen zulernen. Nach dem Essen gab es noch ein paar Vorstellungen, die etwas aus dem Rahmen liefen. Beispielsweise war der Betriebsrat da, die IBM Jugendvertretung aber auch jemand aus dem Design-Thinking Studio der IBM was unglaublich faszinierend war.

Am Freitag gab es wieder nur organisatorische Dinge etc. Aber eine besondere Sache gab es trotzdem :D Die ganze Woche über bin ich im Anzug zur IBM gegangen und jetzt am Freitag war Casual-Friday, da geht es bei der IBM noch etwas entspannter zu, was Kleidung etc. angeht und so kamen wir alle in Jeans, Hemd und normaleren Schuhen. Am Nachmittag haben wir nicht ganz so lange gemacht und deswegen war ich schon relativ früh (Kurz nach 5 Uhr) zuhause. Den restlichen Freitag lies ich noch ruhig ausklingen.

Über das erste Wochenende fuhren viele zurück in die Heimat aber ehrlich gesagt ist mir die Strecke viel zu lang nach Borkwalde um einfach mal so zurück zu fahren. Mein Plan war es sich ein entspanntes Wochenende zu machen. Am Samstag erledigte all meine Hausarbeiten. Ich putzte mein Zimmer, die Küche und das Bad und wollte danach eigentlich noch meinen Berg an Wäsche waschen aber ich bin nicht dazu gekommen. Mein Wohnheim hat in einem Keller einen kleinen Waschsalon. Das Problem ist nur, dass ich den ganzen Samstag über keine Waschmaschine bekommen habe. Immer wenn ich da war, war jede Waschmaschine belegt. Nagut bei 3 Waschmaschinen für hunderte Bewohner dieses Wohnheims ist das kein Wunder. Nach der Enttäuschung im Waschsalon ging ich mit ein paar von unseren Studenten noch in Stuttgart etwas feiern. In Stuttgart fahren zum Glück die S-Bahnen 24/7 und so kam ich auch noch halb 2 von der Innenstadt nach Vaihingen und in mein Bett. Und da kam mir die gute Idee. Gefühlt geht ja jeder Student am Samstagabend aus und schläft dementsprechend am Sonntagmorgen besonders lange. Deshalb stellte ich mir meinen Wecker auf Punkt 8 Uhr morgens und hatte Glück. Ich bekam sogar gleich 2 Maschinen und konnte bunte und weiße Wäsche gleichzeitig waschen :) Doch als ich fertig mit waschen war, ging das Übel weiter. Es gibt zwar auch drei Trockner aber davon ist einer kaputt und die anderen beiden sind ständig voll.. Zum Glück hatte ich ja noch einen Wäscheständer und konnte so meine Wäsche den Tag über trocknen. Und danach hieß es auch schon Hemden bügeln. Die Grundlagen hat mir Mutti zwar schon beigebracht aber heute habe ich zum ersten mal alleine meine Hemden gebügelt und es hat ganz gut funktioniert, nur das Zusammenlegen kann ich noch verbessern :D Danach habe ich noch meinen Koffer gepackt und ging schlafen.

Montag früh, kurz nach halb 9 an der IBM: 42 duale Studenten warten auf einen Bus aber wo geht es denn hin? Wir sind alle gemeinsam zum TTIC (Teamtraining IBM Competencies) gefahren. Der Bus brachte uns von Ehningen 20 Minuten nach Südwesten in den Schwarzwald nach Wildberg. Allein die Strecke dahin war so schön, dass ich mich schon sehr auf mein Fahrrad freue und die Touren die ich damit machen kann. In Wildberg angekommen bezogen wir unsere Zimmer und schon nach wenigen Minuten ging es mit den ersten teambildenden Maßnahmen los. Als erstes durften wir natürlich unsere Erwartungen formulieren etc. danach war eine ausgedehnte Vorstellungsrunde dran. Jeder hatte ein Flipchart mit seinem Lebensweg vorbereitet konnte dies dann präsentieren, auch unsere StuRefs machten mit und so lernten wir uns alle näher kennen. Nach dem Abendbrot ging das gemeinsame Kennenlernen am Lagerfeuer mit einem Bierchen weiter. Alleine an diesem Abend habe ich mit sehr vielen interessanten Leuten gesprochen.
Dienstagmorgen nach einer kürzeren Nacht und einer verspannten Schulter ging es direkt weiter mit teambildenden Übungen. Uns wurde aber untersagt über diese Übungen zu sprechen, damit wir keinem neuen Studenten Tipps und Tricks zum Lösen der Aufgaben geben. Abends gabs dann wieder Bierchen, Lagerfeuer, Gesellschaftsspiele und neue Bekanntschaften. Und so vergingen auch der Mittwoch und der Donnerstag. Donnerstagnachmittag ging es dann schon wieder zurück nach Ehningen. Die Zeit beim TTIC ging viel zu schnell vorbei und ich wäre gerne noch ein paar Tage geblieben. Insgesamt habe ich gefühlt auch mehr mit den anderen Studiengängen gesprochen als mit meinen eigenen Leuten aber vielleicht ist das auch ganz gut. Wir Informatiker werden vom dualen System ja ein wenig ausgegrenzt da wir immer entgegengesetzt zu allen anderen entweder Theorie oder Praxis haben. D.h. man läuft sich nicht so einfach an der Uni über den weg etc. Der Großteil meiner AI-ler ist sowieso ab Montag mit mir zusammen im Labor, sodass wir uns auch noch da unterhalten können :) Außerdem war es auch mal sehr interessant die anderen kennenzulernen. Donnerstag war ich dann noch im Supermarkt und im Baumarkt aber sonst habe ich nicht viel unternommen.
Dafür gings am Freitagmorgen wieder richtig los. Wir hatten frei und es traf sich gut, dass um 9 Uhr direkt meine Wohnungsübergabe stattfinden sollte. Gleichzeitig war ich auch noch Bevollmächtigter für die Wohnungsabnahme von meiner Vormieterin und so gab ich mir sozusagen die Wohnung selbst in die Hand. Nachdem wir ein paar kleine Mängel notiert hatten, war auch alles schon wieder vorbei. Aber mein ToDo-Liste war noch lang und so machte ich mich auf den Weg zum Einwohnermeldeamt in Stuttgart-Vaihingen. Dort musste ich meinen Wohnsitz ummelden, da ich ja nun offiziell hierher gezogen war. Ursprünglich war mein Plan, dass ich mich hier nur mit einem Zweitwohnsitz anmelde, um ein paar Vorteile in Borkwalde zu haben aber als ich gesehen habe, wie hoch die Zweitwohnsitzsteuer in Stuttgart ist, bin ich relativ zügig von diesem Plan abgekommen. Was denkt ihr wie hoch diese Steuer für mich wäre? 10% des aktuellen Jahresgehalts!!! Das sind alleine bei mir mehr als 1000 Euro und ganz ehrlich, wenn ein Student 1000 Euro hat oder nicht hat, dann macht das schon einen Unterschied. Und so habe ich jetzt meinen ersten Wohnsitz hier in Stuttgart-Vaihingen. Die Ummeldung war zwar erfolgreich aber wie das immer so ist fehlte mir noch ein Formular von meinen Vermietern… naja ich nutzte heute Nachmittag gleich die geschriebene Email, um nach mehr Waschmaschinen zu fragen.

Und neben ein paar Kleinigkeiten ist sonst nicht mehr viel passiert. Damit sind die ersten zwei Wochen bei der IBM rum und ich kann mich nicht beklagen ;) Ich freue mich darauf, dass am nächsten Montag mein erster PE beginnt und hoffe mal, dass alles gut läuft.
Egal wie es wird, ich werde euch davon berichten.

Viele Grüße
Niklas

Kommentare

H allo, endlich habeich deinen interessanten Bericht gelesen. Es hört sich ja alles sehr positiv an. ich freue mich, dass alles so gut geklappt hat. Offensichtlich hast du ja auch sympatische Mitstreiter. Alle Achtung vor den gebügelten Hemden!! Weiter so.
Ich freue mich schon auf den nächsten Bericht.
Opa wurde gerade geduscht u. hat gefrühstückt (10.30 Uhr). sonst ist alles beim Alten.
Ganz liebe Grüsse nach Stuttgart von O =