#020 Gegen die Strömung, gegen den WIND

Der Wind hat dem Rad zugesetzt, aber zum Glück ist es nicht unsere Rad!

Moin,
gestern hatten wir keine große Tour vor uns, aber es sollten sich andere Herausforderungen zeigen.
Nach einem guten letischen Frühstück sind wir sogar schon mal vor 10:00 Uhr mit gepackten Rädern los.
Wir hatten ja gleich hinter der letischen Grenze uns ein Quartier gesucht, um jetz auch an diesem Tag, nach unseren Verhältnissen, auf einer gut befahrenen Landstraße in die Nähe von Klaipeda zu kommen.
Wir sind gut aus der Stadt rausgekommen und dann sahen wir schon an der Stellung der Windräder, dass die Tour anstrengender wird als geplant. Wie gesagt es waren nur knappe 60 km, die vor uns lagen, aber die werden es in sich haben. Über unterschiedliche Qualitäten des Straßenbelags kämpften wir uns 2/3 der Strecke dann doch erstaunlich gut voran. Das liegt bestimmt an den 14 Tagen Trainingslager, in denen wir die notwendigen Muskeln schon gut aufbauen konnten. Nach guten 40 km gönnten wir uns eine Mittagspause in einem gut besuchten Restaurant. Naja ein Restaurant war es nicht wirklich, aber viele lokal Ansässige trafen sich dort zum Mittag und größtenteils auch in Arbeitskleidung. Also mit unserer Warnwesten waren wir genau richtig. Ein englischsprachiger Kellner brachte auch gleich eine sehr umfangreiche Karte und wir hatten die Qual der Wahl. Da ich immer mal wieder auf der Suche nach neuen Geschmackserlebnissen bin, entschied ich mich für eine kalte Suppe. Nicht wie man jetzt denken könnte eine kalte rote Beete Suppe, wie sie in Lettland und Litauen üblich ist war meine Wahl, sondern eine kalte Zwiebelsuppe. Ich konnte mir absolut nicht vorstellen, wie diese zubereitet und dann noch schmecken wird aber ich bestellte eine. Der Kellner fragte auch noch etwas ungläubig, ob ich das wirklich wolle und ich sagte ja. Nach kurzer Zeit kam sie auch schon, da sie ja nicht noch gekocht werden musste. Es kam eine Suppenschale mit einer extra servierten ungeschälten heißen Kartoffel. Ein Blick in die Suppenschüssel erzeugte nicht den notwendigen Heißhunger und ich versuchte diese kalte Zwiebelsuppe ganz vorsichtig. Was soll ich sagen, es wird nicht meine Lieblingssuppe. Die Zwiebeln schwammen in kleinen Stücken roh auf der gesalzten und anders gewürzten Flüssigkeit und am Boden fand sich noch etwas Festes, was ich aber immer noch nicht weiß, was es war. Mich erinnerte das an einen gestreckten Sud eines schlechten Spargel- oder Bohnensalates. In der Kombination mit der heißen Kartoffel habe ich 5 Löffel gegessen. Danach habe ich das Experiment abgebrochen. Ein Foto steht nachher auch bereit. Niklas hatte wesentlich mehr Glück mit seinem Essen, er hatte Gulasch bestellt, der auch sehr gut schmeckte. Ein Kaffee zum Abschluss hat meine Geschmacksnerven wieder neutralisieren können.
Dann ging es weiter gegen den Wind die restlichen 20 km zum Ziel. Eine größere Stadt mit ca. 20.000 Einwohnern empfing uns auf der Suche nach einem guten Kaffee oder besser gesagt nach einem guten Espresso, mit städtischem Flair. Zwei doppelte Espressi und ein guter WIFI Empfang vertrieben uns die Zeit mit unseren elektronischen Geräten. Danach kannten wir unseren Weg zum Hotel und waren mit Hilfe der News auch wieder up to date. Ein schönes Zimmer und ein sehr gutes Abendessen erwarteten uns im Hotel.

Heute geht es gleich nach dem Frühstück nach Kleipeda zu einem Stadtbummel und danach auf die Kurische Nehrung..

Viele liebe Grüße in die Heimat.
Olaf

Kommentare

wenn das kein schnittiger Rennfahrer ist, dann weiß ich nicht, wie er aussehen soll!
Mit dem Essen mußt Du aber nicht so kurz rangehen! Kulinarisch ist die Vorfreude auf Litauen noch nicht geweckt.

xxx