#045 Wenn man Grenzen überschreitet, muss man Herausforderungen annehmen und meistern

Moin,
nach dem dritten Tag in der Heimat, ist es Zeit für ein kurzes finales Statement!

Ja wir haben viele Grenzen überschritten und das machte die Tour auch wirklich aus. Ich meine damit nicht nur die Landesgrenzen (Estland, Lettland, Litauen und Polen) sondern auch die physischen Grenzen.
Die Landesgrenzen haben wir jeweils unproblematisch und unkontrolliert überwunden und auch die physischen Grenzen wurden durch den einsetzenden Trainingseffekt nach hinten geschoben.
Neben den Grenzen gab es auch genügend Herausforderungen, denen wir uns gestellt und dann auch meistern konnten!

Ein paar Zahlen:
- 46 Tage waren wir unterwegs
- 35 Tage sind wir wirklich Rad gefahren
- durchschnittlich sind wir 70km pro Radtag gefahren

Die erste Herausforderung für mich bestand schlicht darin, nicht nur die Idee zu kommunizieren, sondern sie dann auch den Kollegen und Kunden zu kommunizieren.
Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, als ich das erste mal im November 2016 mein Vorhaben, für 2,5 Monate auszusteigen, kommunizierte. Es war mitten in der Nacht oder am frühen Morgen in einer Hotelbar in Berlin.
Meine beiden Kollegen amüsierten sich heftig, als ich mein Vorhaben mitteilte. Als es im Frühjahr konkreter wurde lächelten sie immer noch ungläubig!
Um Tatsachen zu schaffen, buchte ich nach Ostern die beiden Hinflüge und somit hatte ich Klarheit, dass an dem Starttermin nichts mehr geändert wird. Nacheinander kommunizierte ich es dann meinem Management, den mit mir arbeitenden Partnern und Kollegen und auch gegenüber meiner Kunden. Die Kunden stutzten kurz, aber sehr schnell waren wir uns einig, dass das Vorhaben sicherlich spannend wird und sie unterstützen mich auch wünschten mir alles Gute. Gemeinsam mit meinen Projektkollegen sorgten wir frühzeitig dafür, dass keine Themen unbetreut liegen bleiben und dankenswerterweise war es auch möglich die Projektleitung personell zu verstärken, so dass mein Kollege mich sehr gut vertreten konnte. Danke an ALLE, die hier mit Vertsändnis und Engagement die Zeit überbrücken. Ich freue mich auf die Rückkehr am 04.10.2017!

Es gab natürlich auch andere Herausforderungen, auf die ich aus meiner Sicht eingehen möchte.

Zu nennen ist da sicherlich das Thema, was kann und muss man auf solch einer Reise mitnehmen und was benötigt man dann wirklich. Ich habe gelernt, dass ich mit weniger ausgekommen wäre! Man braucht wirklich nur "Klamotten" für 14Tage und spätestens dann haben wir immer eine Waschmaschine oder einen Waschservice gefunden. Das Notzelt, Schlafsack und Isomatte haben wir zum Glück nicht benötigt, aber die ganze Zeit mit und transportiert. Booking.com sei dank, dass wir jeden Abend ein festes und zu 95% auch ein sehr gutes Quartier nutzen durften. An wenigen Klamotten hätte ich sparen können. Das Regencape, Regenhose und Schuhschützer kamen nie zum Einsatz, aber zur Sicherheit würde ich diese Gegenstände auch das nächste mal wieder einpacken.

Ein anderer Punkt ist sicherlich die Sprache. Vier Länder, vier Sprachen, aber es hat immer funktioniert. Mit Englisch sind wir schon sehr weit gekommen, aber teilweise musste ich auch mein verschüttetes Russich hervorkramen. In Polen haben wir dann sogar versucht ein paar Vokabeln in Landessprache zu nutzen!

Jetzt zum Wetter! Es war genau richtig für eine sommerliche Radtour. Wie hatten bis auf einen Tag kurze Hosen an und den einen Tag, an dem wir uns für eine lange Hose entschieden hatten, mussten wir uns wirklich vor der Sonne schützen. Es war der zweite Tag und wir hatten ein wenig Sonnenbrand vom ersten Tag. Die Regenjacke hatten wir max. 4 mal an und dann auch nur für wenige Stunden. Danke für die stabile und radfahrerfreundliche Wetterfront!

Die Straßen und Wege sich sicherlich gerade für eine Radtour sehr wesentlich und sind für die Stimmung maßgeblich verantwortlich. Wir konnten feststellen, dass auch hier jedes Land anders aufgestellt ist und wir hier in Deutschland sehr verwöhnt sind. Das Radweg- und Straßenverhältnis betrug auf unserer Tour geschätzt 20:80, aber leider zu gunsten der Straße. Das Radwegenetz entwickelt sich sehr langsam in den Ländern. In den Großstädten und deren Randlagen spürt man die ersten Verbesserungen. In der Nachbetrachtung sage ich, dass Lettland die schlechtesten Straßen hat. Die Nebenstraßen, die wir gern auf unserer Tour nutzten, waren in diesem Land größtenteils Schotterstraßen und dann auch teilweise unbefestigt. Ein Horror für Radfahrer.

Zusammenfassend sage ich, wir haben jede Herausforderung gemeinsam gemeistert und ich würde jeden Tag wieder mit dir Niklas mich auf eine solche Tour begeben. Danke, dass wir das zusammen erleben konnten.

Ich verabschiede mich aus diesem Blog, der ja jetzt von Niklas weitergeführt wird und betätige mich maximal noch als Kommentator. Auch das bloggen war für mich eine neue aber durchaus hilfreiche und gute Erfahrung.

Viele Grüße und bis bald mal wieder persönlich.
Olaf

Kommentare

danke, dass wir daran teilhaben durften!