#048 Nachtrag....

Nachdem ich den letzten Blogeintrag im ICE geschrieben hatte, nahm ich meine Kopfhörer raus und machte es mir bequem. Als wir aus dem Bahnhof Frankfurt (M.) fuhren, hieß es noch vom Zugpersonal "Es gibt zwar einen Sturm aber wir haben keine Informationen". Die Reise ging weiter Richtung Fulda. Im Fuldaer Bahnhof kam dann die entscheidende Ansage. "Der Zug fährt maximal bis Kassel Wilhelmshöhe. In Brandenburg und Berlin wurde der gesamte Zugverkehr eingestellt.". Yeah! Da hatte ich richtig Lust drauf. Also kurzer Hand bei Vatti angerufen. Vatti buchte mir in Kassel ein Hotel und ich war erst einmal zufrieden. In Kassel war es dann auch wirklich vorbei mit der Bahnfahrt. Aber es ging nicht nur mir so, sondern gefühlten 1000 anderen Passagieren. Diese tummelten sich alle am DB- Infopoint. Deshalb brach ich erstmal zu meinem Hotel in Bahnhofsnähe auf.

Nach einem kurzen Fußmarsch kam ich dort auch an. Die Rezeption war gleichzeitig Bar und Check-in Bereich und auch dort sah ich schon einige Leute die sich für ein Zimmer anstellten. Aber es kam zu den üblichen Problemen, das System von Booking.com war einfach überfordert als hunderte Menschen gleichzeitig versuchten in Kassel ein Zimmer zu Buchen. Deshalb gab es auch ein kleines Durcheinander an der Rezeption und die Zimmer mussten dann vom Hotelpersonal von Hand verteilt werden. Zum Glück war ich sehr zeitig da und konnte auch die Bestätigungsmail vorzeigen. Alle Personen nach mir wurden mit den Worten weggeschickt, dass kein Zimmer mehr frei sei.

Und nun stand ich da mit den anderen während die Zimmer verteilt wurden, zwischenzeitlich rief der Hotelmanager in einem befreundeten Hotel an und reservierte sich die zwei letzten freien Zimmer. Nachdem viele der angehenden Hotelbewohner in ihr Zimmer gegangen waren, stand ich immer noch mit meinem Wasser an der Bar.

Aus irgendeinem Grund bot er mir dann das Zimmer in diesem befreundeten Hotel an, wahrscheilich weil ich nur ein Einzelzimmer brauchte. Nachdem wir diverse Dinge geklärt hatten, wie zum Beispiel die Anfahrt oder dass mein ursprüngliches Hotel mein Frühstück und die Straßenbahnkarte übernahm, ging es für mich los wieder zum Bahnhof und dort in die Straßenbahn. Wenige Stationen später war ich an der Universität und auch an meinem Hotel angelangt. Nach meinem Check-In bezog ich mein Zimmer und wollte auch nicht mehr weg von hier, da ich einfach zu fertig war. Zum Glück hatte ich mir schon in Stuttgart ein Abendessen und Süßigkeiten gekauft, die ich eigentlich im ICE essen wollte. Irgendwann ging es ins Bett.

Der nächste Tag begann bei mir wieder um 6, da ich relativ früh nach Hause wollte um mein Telefoninterview am Nachmittag antreten zu können. Nach einem Frühstück war ich ca. um 8 Uhr wieder am Bahnhof Kassel Wilhelmshöhe. Und wieder standen viele Leute vor dem Info-Point, aber trotzdem stellte ich mich diesmal an, da ich immer noch nicht wusste wie ich nach Hause komme. Und noch während ich in der Schlange stand, kam eine Mitarbeiterin der DB und fragte wer nach Berlin möchte. Mit einem Fahrplan und einem Zettel für Kostenrückerstattung zog ich schon frühzeitig zum Gleis 7 ab. Dort sollte ein kleiner RegionalExpress warten, der nach Erfurt Hbf fahren sollte. Von dort aus sollte ich in einen ICE steigen der nach Leipzig Hbf fahren sollte, wo ich in einen IC Richtung Berlin fahren konnte.

Aber es kam etwas anders. Während der extrem langen Zugfahrt nach Erfurt, sangen wir einerseits Happy Birthday für eine andere Inassin, aber andererseits lernte ich auch mal andere Seiten an Deutschland kennen die ich vorher nie gesehen hatte. Mir gegenüber saß ein junger Mann der nicht wesentlich älter war als ich und auch nach Berlin wollte. Als wir in Erfurt ankamen, gab es einige Probleme mit dem Umsteigen. Es war nirgends ausgeschrieben wo unser Anschlusszug stand. Kurzerhand durchsuchten wir nochmal das Netz. Dort wurde uns angeboten mit einem RE nach Naumburg zu fahren und dort in den IC nach Berlin über Leipzig zu steigen. Das hat auch alles super funktioniert. In Naumburg hatten wir einen kurzen Aufenthalt und konnten bequem in den IC steigen. Wir fanden sogar zwei Plätze nebeneinander und konnten uns noch gut unterhalten. Als wir in Leipzig einfuhren sahen wir die riesige Menschenmasse die wir damals in Erfuhrt hinter uns gelassen hatten. Aber es waren noch mehr als gedacht, alle wollten nach Berlin. Nachdem die ersten Leute eingestiegen waren, waren die noch leeren Plätze belegt, aber es kamen immer mehr. Schließlich machten wir unsere Plätze frei für ein paar Rentner. Als wir nun im Gang standen, kam die Durchsage:"Wir sind überfüllt. Alle die keinen Sitzplatz haben und/ oder im Eingangsbereich stehen müssen aussteigen." Aber ganz ehrlich nachdem ich meinen Platz für jemand anderes geopfert hatte, war ich auch nicht bereit auszusteigen und auf das Ungewisse zu warten. Aber wir standen sowieso in der Mitte und am Rand bewegte sich auch niemand. Nach einer weiteren Durchsage stiegen ein paar Leute aus und wir fuhren mit Verspätung los. Im Endeffekt ergatterte ich mir mit ein paar Lachern/ Lächeln der weiteren Fahrgäste doch noch einen Sitzplatz. Ich setzte mich einfach auf den Boden und hatte meinen Sitzplatz. Aber trotzdem ging es nur schwer voran, da die Strecke teilweise nur eingleisig befahrbar war. Schlussendlich kamen wir mir einer Stunde Verspätung am Südkreuz an, wo mich Vatti zum Glück erwartete.

Nun endlich bin ich wieder zuhause :)

Schlussendlich habe ich mehr als 24 Stunden für die ganze Reise gebraucht.