#052 Winterspaß in Norditalien

Wenn ich an Italien denke, kommt mir eigentlich nur Sommer, Sonne Sand und Meer in den Sinn, natürlich auch Rom und das leckere Essen, aber an die südlichen Alpen und Skifahren denke ich nicht als erstes. Als meine Eltern mir damals erzählten, dass sie dieses Jahr in ein neues Skigebiet fahren wollen, war mir das erstmal ziemlich egal, da ich nicht geplant hatte mitzufahren. Mein eigentlicher Plan war es, dass ich schon längst irgendwo in Kanada meine Work and Travel Zeit verbringe und dort Menschen auf ihren Farmen und im Haushalt helfe. Aber so sehr ich es probiert hatte, niemand brauchte Hilfe im kanadischen Winter und so verbrachte ich meine Zeit weiterhin in Borkwalde und half im Haushalt und bastelte an eigenen Projekten. Irgendwann kam dann die Idee auf, dass ich nun doch mitfahren könnte, ich hatte ja Zeit. Da ich jedes Jahr wieder Spaß am Skifahren hatte, wollte ich dieses Jahr nun auch noch mitfahren. Also machten wir uns auf die Suche nach einem Hotel. Meine Eltern und Familie Eckermann hatten sich schon früher in einem kinderfreien Hotel in Vals in Südtirol einquartiert. Dort war aber kein Zimmer mehr frei für mich, da wir doch sehr knapp gebucht hatten. Auch in Vals war es schwer ein Zimmer zu normalen Preisen zu finden, wo ich schlafen konnte. Schlussendlich fanden wir ein Doppelzimmer für mich in einem kleinen Hotel in Meransen. Meransen liegt ein Tal weiter entfernt von Vals, aber die beiden Orte nutzen ein gemeinsames Skigebiet. Aber fangen wir von vorne an.

Letzten Sonntag ging es in aller Frühe los nach Südtirol, quer durch Deutschland, einmal durch Österreich, dann sogar über denn Brenner und rein nach Italien. Rund siebeneinhalb Stunden später waren wir am Ziel. Nachdem ich mein Hotelzimmer bezogen hatte, fuhren wir rüber nach Vals, damit auch Mutti und Vatti in ihr Zimmer ziehen konnten. Beide hatten das deutlich größere, modernere und besser Zimmer gegenüber meinem, aber ich musste ja nur bei mir schlafen und das Wlan war auch besser bei mir :D nachdem alle Koffer aus dem Auto geräumt waren, mussten wir nur noch Skier ausleihen. Dafür griffen wir auf einen lokalen Laden im Dorf zurück. Bei Sportmoden Marie gab es für uns alle Skier und die passende Beratung, jeder konnte sagen ob er eher einen sportlichen oder entspannteren Ski haben wollte und wie es mit der Drehfreudigkeit aussehen sollte. Ich wollte sportlich und drehfreudig und bekam einen Salomon-("Profi")-Ski, der mir die ganze Woche über gut gedient hatte. Auch Mutti bekam so einen Ski, obwohl sie ja noch etwas vorsichtiger/langsamer fährt als ich. Danach gingen wir mit Eddy einen Runde durch den Ort und sahen uns schon mal die Liftanlagen an. Danach war auch fast schon Zeit für das Abendessen. Zum Abendessen war ich immer bei meinen Eltern im Hotel, da es dort echt klasse Essen gab. Ein Abendessen sah dort ungefähr so aus:

  • Salat von der Salatbar
  • Gruß aus der Küche
  • warme Vorspeise
  • Hauptspeise
  • und ein leckerer Nachtisch.

Das Essen war nicht nur lecker sondern auch lecker angerichtet. Nach dem Essen musste ich leider immer noch mit dem Auto rüber nach Meransen fahren. Das hieß für mich erstmal wieder den halben Berg runter um dann die Serpentinenstraße nach Meransen wieder hoch. Zum Glück hatte ich einen Automatikwagen dafür, ich bin mir nicht sicher wie es mit einem Auto mit manuellem Schaltgetriebe gelaufen wäre, wahrscheinlich genauso gut. Von meinem Hotelbalkon aus hatte ich einen Super Blick in das tiefergelegene Tal aber auch in die von mir aus südlichgelegenen Dolomiten. Nach einer Nacht mit dem lautesten Schnarchen aus dem Nachbarzimmer, was ich je gehört hatte, hieß es auch schon wieder früh aufstehen damit es auf die Piste gehen konnte. Doch vor dem Tag wurde erstmal geduscht, mein Bad war aber leider so klein, dass ich mir beim duschen das Knie am Waschbecken gestoßen hatte :D Nach der Dusche ging es zum Frühstück. Auch das war nicht das größte. Es gab Cornflakes, natürlich etwas Wurst und Käse aber auch viel Marmelade etc. weiterhin gab es auch abgepackten süßen Kuchen. Mein Frühstück bestand aus einem Saft, Cornflakes und einem warmen Tee. Dann konnte es auch schon losgehen, aber erstmal musste ich wieder rüber zu meinen Eltern fahren.

Anfänglich machten wir ein paar Schwünge auf der blauen/roten Piste im Tal, die vornehmlich für Anfänger genutzt wird, dort war es natürlich extrem voll und langsam wurde es für mich langweilig. Zum Mittag sind wir dann hoch auf den Berg gefahren in das Skigebiet Jochtal, dort gab es dann Mittag und ein paar anspruchsvollere Pisten. Zum Glück konnte ich dann mit Micha fahren, der sehr gut fährt und mit mir auch die steileren Pisten gefahren ist. Nach dem Skitag ging es wieder zurück in das Hotel meiner Eltern, wo wir uns entspannten und es Abends wieder gutes/leckeres Essen gab. Nach dem Essen spielten wir noch in der Bar Memory. Das Memoryspiel war kein normales Memoryspiel, bei diesem musste man passende Akronyme finden. So passen beispielsweise Festmahl und Fastmehl (also Getreide) zusammen, die dazu passenden Bilder machten es nicht gerade einfacher sich passende Paare zu merken. da Paare nicht das gleiche Bild hatten. Trotzdem musste ich nach einer Runde schon wieder ins Auto steigen, da ich ja noch zurück zu meinem Hotel musste. Für den nächsten Tag hatte ich mir etwas gegen die Fahrerei überlegt.

Das Skigebiet dort in der Gegend ist zusammengesetzt aus zwei kleineren Gebieten, dem Gebiet (Jochtal) bei meinen Eltern und dem Gebiet (Gitschberg) bei mir in Meransen. Am zweiten Tag wollte ich vormittags alleine das Gebiet bei mir erkunden. Zum Glück brauchte ich nur aus dem Hotel zu treten, denn dort verlief ein Pistenweg der mich fast direkt zur Gondel brachte. Mit der Gondel bin ich dann hoch auf den Berg und mitten in das Gebiet rein. In diesem Gebiet gibt es viele rote Pisten , kaum blaue und auch ein paar schwarze. Das war aber für mich perfekt. Ich habe einige Pisten ausprobiert, konnte aber leider nicht ganz nach oben fahren, da es dort sehr nebelig war.Trotzdem waren die Pisten in "meinem Gebiet" für mich wesentlich besser. Zum Mittagessen hatten wir uns jedoch alle wieder im Gebiet bei meinen Eltern verabredet. Zum Glück gab es eine Verbindungsgondel und ich war zeitnah dort. Nur das Geschaukelt in den Gondeln machte mir irgendwie Probleme und ich hatte mit etwas Übelkeit zu kämpfen. Zum Mittag gab es dann erstmal eine schöne dünne italienische Pizza. Danach fuhren wir noch gemeinsam ein wenig. Zum Ende des Tages fuhr ich wieder mit der Verbindungsgondel rüber zu mir und fuhr abends zum Essen wieder nach Vals. Am nächsten tag sollte es stärker schneeien, deswegen planten wir noch nichts konkretes.

Als ich am nächsten Tag aufwachte, schneite es wirklich und vieles war weiß. Wir beschlossen also heute nicht Ski zufahren sondern wandern zu gehen. Wir wanderten das Tal hinauf zu einer kleinen Alm, welche in einem idyllischem kleinen Tal mit sehr viel Schnee lag. Nach runde zwei Stunden wandern durch den Schnee erreichten wir die Alm, dort gab es zum Glück was zu essen. Dann kam auch noch die Sonne raus und es war ein echt schöner Tag. Dort oben lag auch sehr viel Schnee und ich sprang spontan mit Eddy rein :D

Die nächsten Tage fuhren wir dann wieder Ski. Micha und ich fuhren vornehmlich bei mir im Gebiet, da es dort für uns schönere und bessere Pisten gab. Für mich muss eine gute Piste ein paar Eigenschaften erfüllen:

  • Die Piste muss gut präpariert sein, es gibt nichts schlimmeres als aufgeschobene (weiche) Schneehaufen
  • Weiterhin ist es guter Anspruch wichtig, sie darf nicht zu einfach sein, aber auch nicht so extrem schwer, dass diese keinen Spaß mehr macht
  • Spaß ist bei mir auch wichtig. Wenn die Piste schön leer ist und man schön Geschwindigkeit aufbauen kann ist es am besten
  • Am Ende muss aber auch das Verhältnis zwischen Fahrzeit und Liftzeit stimmen. Es bringt mir nichts, wenn ich eine Minute auf der Piste bin, dann aber 5 Minuten am Lift anstehe um dann nochmal 10 Minuten im Lift zu sitzen

Schlussendlich haben Micha und ich eine sehr schöne rote Piste gefunden, die alle Kriterien erfüllte. Diese führte sehr schön durch den Wald bis hin zur Mittelstation der Gondel, auf dieser Piste haben wir sehr viel Zeit verbracht. Den anderen hat sie leider gar nicht gefallen, deswegen fuhren wir meist getrennt und trafen uns zum Mittag. Aber wir fuhren nicht nur diese eine rote Piste sondern probierten uns auch an den anderen roten und schwarzen Pisten. In den letzten Tagen fanden wir auch eine sehr schöne schwarze Piste, die etwas anspruchsvoller war, aber trotzdem sehr viel Spaß gemacht hat. Weiterhin haben wir am letzten Tag auch mal unsere Fahrweise getrackt. Dafür sind wir von ganz oben (2500 Höhenmeter) bis hinunter zur Mittelstation gefahren. Im Schnitt haben wir knapp eine Minute für einen Kilometer auf der Piste gebraucht, d.h. wir waren mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 60 km/h unterwegs, was ja durchaus beachtlich ist, obwohl es gefühlt noch sehr langsam war. Vor allem wenn man vergleicht, dass man sich schneller fühlt wenn man 60km/h im Auto fährt.

Und schon war auch schon eine ganze Woche in Südtirol vergangen. Es war wie jedes Jahr sehr schön. Nächstes Jahr werde ich wahrscheinlich nicht mit meinen Eltern in den Skiurlaub fahren können, da ich dort bestimmt Unizeit habe. Wenn ich zu dieser Zeit im Praxiseinsatz bin, könnte ich Urlaub nehmen, aber es ist bestimmt auch mal spannend mit ein paar Freunden in den Skiurlaub zu fahren.

Wie geht es jetzt weiter mit meinem freien Jahr? Dazu folgt in den nächsten Tagen noch ein Text, hier ein kleiner Teaser: Es geht einerseits nach Amerika und andererseits auch nach Norwegen :)

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Viele Grüße Niklas