#062 Meine erste Fahrstunde

Wie gestern beschrieben musste ich heute (Dienstag 27.03) ziemlich früh aufstehen.
Kristen musste zu einem Meeting mit Starbucks und anderen nach Seattle und ich sollte sie zum Flughafen fahren, damit sie nicht selbst fahren oder sich ein Uber nehmen muss. Uber ist übrigens eine Art Taxi in Amerika. Aber jeder Fahrer fährt mit seinem privaten Auto und ist meines Wissens auch nirgendwo als Taxifahrer angestellt. Eigentlich ist das System gar nicht schlecht und ich glaube auch preiswerter aber in Deutschland wurde es vor ein paar Jahren verboten. Aber zurück zu meiner ersten Fahrerfahrung in den USA. Prinzipiell ist es ja sehr einfach in Amerika ein Auto zu fahren. Es gibt ja nur Automatikwagen, aber die Amerikaner haben etwas andere Regeln im Straßenverkehr. Da wäre einmal das Tempo, welches natürlich hier in Miles per Hour angegeben ist, das ist schon eine kleine Umstellung aber mit der Zeit hatte ich mir die Höchstgeschwindigkeiten eingeprägt. Weiterhin gibt es hier gleichberechtigte Kreuzungen an denen man auf jeden Fall stoppen muss. In Deutschland würde dabei dann Rechts vor Links gelten. In den USa ist es etwas anders. Kristen meinte zwar, dass es diese Regelung hier auch gibt aber die meisten Menschen nach dem Motto "Wer zuerst kommt, malt zuerst". Auch darf man hier an fast allen Ampeln rechts abbiegen obwohl es rot ist. Wir in Deutschland haben dafür einen grünen Pfeil, hier fahrf man vor, hält an und wenn nichts kommt fährt man einfach. Nachdem ich hier durch den Ort gekurvt war, ging es auf den HifhwHi Richtung Flughafen. Und das ist wirklich verrückt hier. Einerseits gibt es kein Rechtsfahrgebot, d.h. alle fahren auf allen Spuren. Dann gibt es noch die Car-Pool Spur die für Autos reserviert ist, wo mehr als 2 Personen drin sitzen. Dann ist auch noch die Geschwindigkeit begrenzt auf 65 Mp/h (ca. 105km/h) und so kann man hier nichtmal die Maximalgeschwindigkeit von seinem Auto richtig nutzen. Nichtmal der VW Jetta kam an seine Grenzen. Dann ist der Highway nicht so wie bei uns 3 bis max. 4 spurig. Nein ich habe auf dem Rückweg Mal gezählt und kam zeitweise auf 7 Spuren, auf denen natürlich überall Autos fahren. Nun aber zurück nochmal zum Rechtsfahrgebot. Hier wird man dadurch zeitweise auf der Linken und rechten Seite von 2 Trucks gleichzeitig überholt, aber die Autofahrer ziehen einfach oft auch nur von links nach rechts und von rechts nach links. Es läuft alles nicht so geordnet wie bei uns auf der Autobahn. Einmal fuhr ein LKW rechts vor mir und zog relativ zügig auf meine Spur ohne erkennbaren Grund. Zum Glück konnte ich ausweichen. So läuft das hier, aber trotzdem bin ich sicher zum Flughafen gekommen und habe Kristen abgesetzt. Zum Glück gibt es ein Navi in dem Auto. Und mit dem Navi zusammen fuhr ich dann auch wieder nach Hause ( alleine). Und das auch sehr erfolgreich, bis auf das eine mal wo ich auf den falschen Highway abgebogen war. Ich war auf der rechten Spur da ich wusste,dass demnächst meine Ausfahrt kommt. Aber diese Spur führt zu einem anderen Highway und als ich das bemerkte konnte ich auch nicht mehr zurück ziehen. Naja egal ich drehte eine kleine Extrarunde und kam dann Zuhause an. Übrigens bin ich auch mit Kristen versichert, für alle die sich das fragen.
// Kleiner Nachtrag: Viele amerikanische Autos haben hinten keine Blinker. Wenn man hinter ihnen her fährt blinkt dann meist nur das Bremslicht auf und das ist schon sehr verwirrend.

Hier angekommen ging es weiter mit meiner eigentlichen Aufgabe, der Gartenarbeit. Und viele fragen immer ob es denn hier überall so viel Unkraut gibt, dass ich damit mehrere Tage beschäftigt bin und nein es ist nicht übermäßig viel. Aber das Grundstück ist einfach mal so groß, dass ich doch relativ viel zutun habe. Kristen sagte mal was von 5 Hektar, was ja schon ordentlich groß ist. Und es ist auch nicht wirklich das Unkrautzupfen was wir so kennen. Ich hole hier vielmehr große Grasbüschel aus der erde, die unerwünscht sind, da sie sehr groß werden und sich schnell ausbreiten.
Zum Mittag habe ich mir Wraps gemacht, da ich alleine hier war. Die Zutaten dafür hatten wir bereits am Vortag gekauft und ich konnte loslegen. Die Hühnerbrust in die Pfanne und auf den Gasofen ( mein erstes Mal mit Gas gekocht und es hat gut funktioniert :) ) , den Salat vorbereitet und schon war alles fertig für die Wraps.
Nach dem Abwasch konnte ich endlich raus und das Fahhrad probieren. Ich fuhr mich erstmal ein wenig ein um dann eine kleine Tour zu starten. Die Amerikaner haben übrigens links und rechts ihrer eh schon breiten Straßen immer noch einen Meter Platz der mit asphaltiert ist aber nicht genutzt wird. Ein super ort für ein Rennrad. Und ich fuhr und fuhr immer weiter die Straße entlang und machte auch immer wieder Pausen, denn die Straße führte konstant bergauf. Mein Ziel war Auburn, was von hier aus ca. 13 Meilen/ 20km entfernt liegt. Nach einem langen Ritt bergauf kam ich schlussendlich am Ortsschild an und drehte um. Mein ursprünglicher Plan war es bis ins Stadtzentrum zu fahren, aber da ich nicht genau wusste wie weit es noch war verschob ich das auf einen anderen Tag. Der Rückweg war jedoch ziemlich leicht und auch schnell erledigt, es ging ja fast nur bergab. Für die ganze Tour von rund 40km hab ich mit großzügigen Pausen etwa 2 Stunden gebraucht, davon gefahren bin ich wahrscheinlich nur 1,5. Als ich zurück kam war auch jemand hier den ich noch nicht kannte. Masuki ( wahrscheinlich falsch geschrieben) und ihre Freundin. Masuki hilft Kristen ab und zu mit ihren Pferden und darf dafür wahrscheinlich im Gegenzug auch mal reiten. Wir hatten einen kleinen Smalltalk und beide scheinen sehr nett :)
Später kam Alex von der Arbeit. Am Abend wollten wir uns noch mit Kristens Vater ( Dave) und seiner Frau Loren treffen. Dafür fuhren wir mit seinem, für deutsche Verhältnisse, riesigen Truck in die Innenstadt. Alex mag anscheinend Trucks und wir unterhielten uns gut über Autos. Er meinte, dass er nur die kleine Motorisierung mit 6 Zylindern in seinem Truck hat :D , amerikanische Autos sind halt alle etwas größer. Gefahren sind wir zu "Chicago Fire" einem Pizzaladen. Irgendwie war es da wie man sich ein amerikanisches Restaurant vorstellt, aber ich kann euch nicht sagen wie ich es mir vorgestelle :D. Insgesamt war es aber sehr gut und lecker. Dabei schmiedeten wir auch weitere Pläne für mich. Am Samstag werde ich mit Dave und seinem Auto-"Verein" eine Tour durch das Umland von Sacramento machen. Dave muss anscheinend einen Oldtimer aus dem Jahr 84 besitzen. Mehr dazu dann Samstag. Auf der Rückfahrt vom Restaurant haben wir uns dann noch über die Gesetze in Amerika unterhalten und vorallem auch darüber, dass jeder Bundesstaat viele seiner Gesetze selbst macht. Nicht so wie in Deutschland. Zuhause angekommen bin ich mal wieder müde ins Bett gefallen :D