#067 Ostersonntag in den USA

Ersteinmal muss ich sagen, dass hier in den USA Ostern kaum zelebriert wird. Hier gibt es nicht diese ganze Osterindustrie wie bei uns, mit den Schokohasen, der Deko etc. Selbst Karfreitag und Ostermontag sind hier eigentlich Arbeitstage und keine Urlaubstage wie bei uns. Aber was ich alles erlebt habe am Ostersonntag in den USA, das erfahrt ihr hier im Bericht vom 01.04.18.

Alles fängt wie immer am Morgen an :D und ich war alleine hier, da Kristen schon relativ früh zum Reiten gefahren ist und Alex war immer noch bei seinem Schachturnier in Reno. Trotz alledem bin ich doch relativ früh aufgestanden, denn ich wollte die kühleren Morgenstunden nutzen.
Nach einem Frühstück, schwang ich mich aufs Rad und machte eine schöne Fahrradtour durch die Gegend. Es ging den Stausee und weiter am American River entlang Richtung Stausee. Ich weiß zwar nicht, wie weit ich gefahren bin, aber ich war so ca. um die zwei Stunden unterwegs. Im Großen und Ganzen war es eine sehr schöne Trainingstour für meine Nordkapp-tour, da es hier auch ein wenig bergig ist. Als ich zurück kam, gab es Mittag und Kristen kam auch bald wieder.
Dann legten wir auch schon los mit unserem großen Bauprojekt der Pferdewaschmaschine. Als ersten haben wir die Planung gemacht und uns im Internet nach ein paar Vorbildern umgesehen. Später sind wir dann rausgegangen um einen guten Standort für die Waschmaschine zu finden. Nachdem wir einen Platz gefunden hatten, ging es erstmal an den kleinen Abriss. Dort standen nämlich noch alte einbetonierte Pfosten, die früher als Pferdewaschanlage dienten. Und ganz ehrlich es wäre eine unglaubliche Arbeit gewesen, diese auszubuddeln, da sie mindestens einen Fuß (ca 30.5cm) in der Erde steckten und komplett einbetoniert waren. Aber Kristen hatte zum Glück eine andere Lösung parat. Und zwar gibt es hier einen Traktor und ich muss sagen, damit war es echt einfach und hat vor allem auch noch immens Spaß gemacht. Es war übrigens mein erstes Mal auf einem Traktor, den ich selbst gefahren habe, obwohl ich ja auf dem Land großgeworden bin. Nachdem die alten Pfosten aus dem Weg geräumt wurden, konnten wir anfangen mit Messen und da erkannten wir die erste Hürde. Die Amerikaner nutzen nämlich nicht das wunderbare, einfache und tolles metrisches System, nein sie backen ihre eigenen Brötchen. Sie nutzen das angloamerikanische Maßsystem, was noch auf dem des mitterlalterlichen Englands beruht. Das was mich wirklich verwirrt ist der fakt, dass die Umrechnung in den einzelnen Untereinheiten nicht auf einer Zehnerpotenz beruht sondern für mich augenscheinlich wahllos getroffen wurden. Zum Beispiel ergeben hier 12 Inch einen Foot (30.5cm) und 3 Feet ergeben dann wiederum 1 Yard (ca. 91,5cm). Zum Glück konnten wir irgendwann diese Hürde hinter uns lassen und fortfahren mit der Vermessung. Insgesamt wird die Waschanlagen ca. 8 feet auf 12 feet. Und da wir noch Zeit hatten, bevor es zum Osterdinner zu John, dem Bruder von Kristen gehen sollte, fingen wir schonmal mit den Löchern für die massiven Eckpfosten an. Dazu buddelten wir jeweils ein 10x10x24 inch Loch. Und schon nach wenigen Zentimetern trafen wir auch Wurzeln und mussten uns mit diesen Quälen. Übrigens ist der Boden hier im Untergrund noch immer irgendwie nass, oder hier läuft Wasser durch, sodass man nach 24 inch schon auf Wasser trifft. Und nach drei Löchern legten wir die Baustelle erstmal still. Bevor es weiterging gab Kristen mir noch eine Einführung in die giftige Flora und Fauna von Kalifornien. Einerseits gibt es hier überall die Gifteiche, die irgendeinen krassen Ausschlag verursachen soll, wenn man damit in Berührung kommt. Andererseits gibt es auch Klapperschlangen (kennt man ja...) und irgendwelche hochgiftige Spinnen die in dunklen Löchern wohnen. Und bei Kristen in einem Eimer wohnt auch eine von diesen, also ist Vorsicht geboten :D
Aber dann ging es rüber zu John und seiner Familie zum Osterdinner. John wohnt auch nur wenige Straßen entfernt und ich durfte wieder dorthin fahren. Übrigens werde ich auch ein paar Wochen bei John und seiner Familie wohnen. Dort angekommen trafen wir die anderen. Mit dabei waren natürlich John und seine Frau Mimi, Niki, ihre Tochter, und ihr Freund Greg und Nikis großer Bruder Adam. Und natürlich Kristen und ich. Weiterhin noch die beiden Hunde, ein Labrador (denke ich) und ein weiterer kleiner Hund von dem ich aber die Rasse nicht kenne.
//Und ja ich mache demnächst mal ein Gruppenfoto von uns, damit ihr seht, wie alle aussehen. Da einige von euch schon gefragt hatten.
Nach einem Appetizer hatte Mimi für alle noch eine Ostereierjagd im Garten vorbereitet. Das muss eine Familientradition sein und alle strömten durch den Garten um Eier zu suchen. Jeder hatte sein eigenes Körbchen und die Eier waren auch nicht allzu schwer versteckt. Insgesamt waren 100 Eier und ein goldenes Ei im Garten versteckt. Schlussendlich fand ich 12 Eier und Niki fand unteranderem das goldene Ei und hatte damit "gewonnen". Das waren übrigens Plastikeier in denen kleine Süßigkeiten gelagert waren. Ab und zu war auch mal ein Dollarschein drin (ich hatte 2 USD am Ende :D) und im goldenen Ei, dem Hauptgewinn, waren sogar 20 USD. Und ich muss sagen, am Anfang dachte ich, dass es ziemlich komisch ist wenn (fast) erwachsenen Menschen durch den Garten ziehen und Eier suchen, aber im Endeffekt war es echt lustig. Danach setzten wir uns wieder hin und warteten bis das Essen fertig war. In dieser Zeit unterhielt ich mich mit Adam, er ist auch ein freiwilliger Feuerwehrmann, und wir konnten uns sehr gut austauschen. Es ist sehr interessant, wie das hier alles abläuft. Nebenbei spielte ich noch mit Otis, dem Labrador, der gefühlt niemals müde wird :D
Zum essen gab es dann einen Salat als Vorspeise (sehr verbreitet hier), als Hauptgang gab es dann Lamm vom Grill und wilden Truthahn vom Grill, den ein Freund von Adam erlegt hat. Als Beilage gab es (wahrscheinlich) Süßkartoffelstampf und aufgepasst Rosenkohl. Der Rosenkohl war übrigens sehr interessant angerichtet. Er wird anscheinend im Ofen zusammen mit Zwiebeln und Cranberrys gegart. Und das ganze Essen war echt lecker. Zum Abschluss gab es noch einen Kuchen. Nach dem Essen spielten wir jüngeren noch ein paar Runden Pool. Und nach einem gelungenen Abend machten Kristen, ich und unser Osterkörbchen voller Süßigkeiten wieder auf den Weg nach Hause.

Und so endete der Ostersonntag hier bei mir in Kalifornien.

Viele Grüße

Niklas

Und heute mal wieder ein: Was seht ihr auf den Bildern?
Titelbild: Ich auf dem Traktor
Bild2: American River, Foto von meiner Fahrradtour
Bild3: Mein Fahrrad
Bild4: John beim Grillen, ich im Hintergrund
Bild5: Adam und ich
Bild6: Beispielbild für Pferde-Waschmaschine

Kommentare

Hallo, Niklas, so ein abwechslungsreiches Osterfest hatten wir nicht. Wir haben nicht einmal Ostereier gesucht!!
Ich finde es immer wieder schön wie gut und lehrreich Du es getroffen hast. Wie viel Pfrde habt Ihr denn zu waschen und zu bereiten? Lernst Du das auch noch?
weiter so und lG O O